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Gen-Panels fürKlinische Bereiche

Klinischer BereichNephrologie

Zugeordnete Krankheiten

Hinweise zum Klinischen Bereich

Hier finden Sie die für den oben angegebenen Klinischen Bereich verfügbaren krankheitsbezogenen Genpanels.

Sollten Sie die gewünschte Erkrankung nicht finden, verwenden Sie in der Suche bitte ein Ihnen bekanntes Synonym (auch in englischer Sprache).

Nephrogenetik

Mittels nephrogenetischer Diagnostik werden die erblichen Ursachen von Nieren-Erkrankungen abgeklärt. Das Ziel ist hierbei, Abweichungen vom Referenzgenom („Wildtyp“) festzustellen und dann ggf. zwischen neutralen Varianten und pathogenen Mutationen zu unterscheiden, die für die physiologische Entwicklung und störungsfreie Funktion des Nervensystems von Bedeutung sind. Die Vererbungsmuster nephrrogenetischer Erkrankungen stellen die Grundlagen der genetischen Beratung dar für die Patienten, Risikopersonen und betroffene Familien. In den letzten 30 Jahren wurden mehrere hundert Gene charakterisiert, die nephrogenetische Erkrankungen hervorrufen bzw. zur Entwicklung entsprechender Leiden beitragen. Aktuelle Ergebnisse der nephrogenetischen Forschung wirken sich unmittelbar auf das diagnostische Vorgehen im Labor und in der Aufklärung bzw. Beratung aus. Formalgenetisch und ätiologisch lassen sich folgende Gruppen nephrogenetischer Erkrankungen unterscheiden:

  • monogene Erkrankungen (autosomale oder X-chromosomale Vererbung)
  • mitochondriale Erkrankungen (maternale oder autosomale Vererbung)
  • multifaktoriell bedingte Erkrankungen (Interaktion von mehreren bis vielen Genen plus Umwelt-Faktoren)

Angeborene Fehlbildungen der Niere

Angeborene Fehlbildungen der Niere und der ableitenden Harnwege erscheinen häufig sporadisch – gibt es eine genetische (Mit-) Ursache? Zahlreiche vererbte nephrologische Leiden beruhen nachgewiesenermaßen auf genetischen Veränderungen und führen zu Störungen in den Proteinen, die das komplexe Nierengewebe aufbauen. Auch bei nephrogenetischen Erkrankungen sind gelegentlich numerische und strukturelle Chromosomenstörungen nachweisbar. Die DNA-Diagnostik umfasst oftmals ein gestuftes Vorgehen, in dem zunächst die häufigsten Mutationen getestet werden, bevor durch umfangreiche und kostenintensive panel-Verfahren auch die ganz seltenen genetischen Ursachen in parallelen Ansätzen eruiert werden. Aufgefundene Mutationen auch ggf. Varianten mit unklarer Bedeutung (VUS) werden durch DNA-Sequenzanalyse mit Sanger-Technik verifiziert. Nachfolgend sind die häufigeren Krankheitsgruppen angeführt.

Nephrologie Entwicklungsstörungen

Nierenzysten, nephrologische Entwicklungs- und tubulointerstitielle Störungen In der Nephrogenetik sind in der Mehrzahl der Leiden einzelne oder mehrere genetische Faktoren an der kausalen Pathogenese der Entwicklungsstörung ursächlich beteiligt. Komplette Nierenagenesie ist selten. Nierenzysten entstehen bei der autosomal dominanten sowie der frühen polyzystischen Nierenerkrankung (eingeschlossen ist hier die autosomal rezessive polyzystische Form [arPKD]). Aber auch die autosomal dominante polyzystische Lebererkrankung ist hier nicht zu vergessen neben der PKD-Spätform.

CAKUT

Unter „CAKUT“ sind eine ganze Reihe von kongenitalen Anomalien der Niere und der ableitenden Harnwege zusammen gefasst. Nephronophthisis und Nephronophthisis-verwandte Ziliopathien gehören ebenso in diese Krankheitskategorie wie Bardet-Biedl Syndrom Unterformen und COL4A1-Nephropathie sowie das von Hippel-Lindau (vHL-)Tumorsyndrom. Diagnostische Gen panels für Entwicklungsstörungen umfassen mehrere Gene, die parallel sequenziert werden. Analysiert werden zunächst nur diejenigen Gene, die mit dem klinischen Bild am besten assoziiert erscheinen. Für komplexere diagnostische Fragestellungen können die einzelnen Gen panels separat oder in Kombination eingesetzt werden.

Schädigungen des Nierenparenchyms

Fokal-segmentale Glomerulosklerose, Steroid-resistentes nephrotisches Syndrom, Komplement-Ablagerung und Thrombose Pathophysiologisch sind in dieser Gruppierung auch das Alport-Syndrom, Morbus Fabry und durch Apolipoprotein L1-Mutationen hervorgerufene Schädigungen des Nierenparenchyms inzuschließen.

Erbliche Stein-Erkrankungen und Syndrome

Erbliche Stein-, renal-tubuläre Leiden sowie weitere seltene Syndrome Neben Ca-, Oxalat und Cystin-Steinleiden bedingen verwandte tubuläre Erbschäden auch renale tubuläre Azidose, Diabetes insipidus und monogene Syndrome wie Bartter-/Gitelman Syndrom. Schließlich ist eine Vielzahl weiterer differentialdiagnostisch auszuschließender Syndrome zu nennen:

  • Dent Syndrom
  • Denys-Drash Syndrom
  • Fanconi-Bickel Syndrom
  • Frasier Syndrom
  • Joubert Syndrom
  • Liddle Syndrom 1-3
  • Lowe Syndrom
  • Mainzer-Saldino Syndrom
  • Meckel-Gruber Syndrom
  • Okihiro Syndrom
  • Perlman Syndrom
  • Pierson Syndrom
  • Renal-Coloboma Syndrom
  • Senior-Loken Syndrom
  • WAGR/WAGRO Syndrom.