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Klinische FragestellungGitelman- plus Bartter-Syndrom, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für Gitelman- plus Bartter-Syndrom mit 9 kuratierten Genen gemäß klinischer Verdachtsdiagnose

ID
GP0090
Anzahl Gene
21 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
44,6 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
48,3 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

[Sanger]

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
BSND963NM_057176.3AR
CACNA1H7062NM_021098.3AD
CASR3237NM_000388.4AD, AR
CLCN22697NM_004366.6AR, AD
CLCNKA2064NM_004070.4digenisch
CLCNKB2064NM_000085.5AR, digenisch
CLDN101038NM_001160100.2AR
CYP11B11512NM_000497.4AD, AR
HNF1B1674NM_000458.4AD
HSD11B21218NM_000196.4AR
KCNJ11176NM_000220.6AR
KCNJ101140NM_002241.5AR
KCNJ51260NM_000890.5AD
MAGED21832NM_014599.6XLR
NR3C22955NM_000901.5AD
SCNN1A2010NM_001038.6AR
SCNN1G1950NM_001039.4AD, AR
SLC12A13300NM_000338.3AR
SLC12A33093NM_000339.3AR
SLC26A32295NM_000111.3AR
WNK43732NM_032387.5AD

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Gitelman-Syndrom (GS) und Bartter-Syndrom (BS) zeichnen sich je durch sekundäre Hypokaliämie (ggf. mit periodischer Lähmung) und normalen Blutdruck aus. GS weist zudem ungewöhnliche Magnesium- und Kalzium-Spiegel auf. Die Symptome treten meist in später Kindheit/Jugend auf mit Tetanie, Muskelschwäche oder -krämpfen, Schwindel, Verlangen nach Salzigem und Parästhesien oder Müdigkeit, niedrigem Blutdruck, gelegentlich Chondrokalzinose und Herzrhythmusstörungen. Die meisten Patienten zeigen milde Symptome, obwohl auch schwere Muskelkrämpfe, Lähmungen und langsames Wachstum beobachtet werden. GS wird in der Regel durch Mutationen im SLC12A3- oder seltener im CLCNKB-Gen verursacht und autosomal rezessiv vererbt. BS ist eine Gruppe sehr ähnlicher Nierenerkrankungen, die Ungleichgewichte von Kalium-, Natrium- und Chlorid-Ionen verursachen. In schweren Fällen manifestiert sich BS bereits vor der Geburt mit Polyhydramnion. Die klassische Form beginnt im Säuglingsalter, die Kinder gedeihen nicht, sie verlieren Natriumchlorid, zeigen Verstopfung und Polyurie, es kann zu Hyperkalziurie, Osteopenie und Nephrokalzinose mit Hypokaliämie kommen. Betroffene können auch sensorineurale Taubheit entwickeln. BS wird verursacht durch Mutationen in verschiedenen Genen, jeweils mit autosomal rezessivem Erbgang. Die internationalen Leitlinien benennen rund 20 Gene in der Differentialdiagnose. Die Ausbeute der molekulargenetischen Diagnostik ist unvollständig, negative DNA-Testergebnisse schliessen die klinische Diagnose nicht aus.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1338/

 

Synonyme
  • Allelic: Bronchiectasis with or without elevated sweat chloride 3 (SCNN1G)
  • Allelic: Bronchiectasis with/-out elevated sweat chloride 2 (SCNN1A)
  • Allelic: Enlarged vestibular aqueduct, digenic (KCNJ10)
  • Allelic: Epilepsy, childhood absence, susceptibility to, 6 (CACNA1H)
  • Allelic: Epilepsy, idiopathic generalized, susceptibility to, 11 (CLCN2)
  • Allelic: Epilepsy, idiopathic generalized, susceptibility to, 6 (CACNA1H)
  • Allelic: Epilepsy, juvenile absence, susceptibility to, 2 (CLCN2)
  • Allelic: Epilepsy, juvenile myoclonic, susceptibility to, 8 (CLCN2)
  • Allelic: Hyperparathyroidism, neonatal (CASR)
  • Allelic: Hypertension, early-onset, AD, exacerbation in pregnancy (NR3C2)
  • Allelic: Hypocalciuric hypercalcemia, type I (CASR)
  • Allelic: Leukoencephalopathy with ataxia (CLCN2)
  • Allelic: Long QT syndrome 13 (KCNJ5)
  • Allelic: Renal cell carcinoma (HNF1B)
  • Allelic: Sensorineural deafness with mild renal dysfunction (BSND)
  • Allelic: Type 2 diabetes mellitus (HNF1B)
  • Adrenal hyperplasia, congenital, due to 11-beta-hydroxylase deficiency (CYP11B1)
  • Aldosteronism, glucocorticoid-remediable (CYP11B1)
  • Apparent mineralocorticoid excess (HSD11B2)
  • Bartter syndrome, type 1 (SLC12A1)
  • Bartter syndrome, type 2 (KCNJ1)
  • Bartter syndrome, type 3 (CLCNKB)
  • Bartter syndrome, type 4a (BSND)
  • Bartter syndrome, type 4b, digenic (CLCNKA)
  • Bartter syndrome, type 5, antenatal, transient (MAGED2)
  • Diarrhea 1, secretory chloride, congenital (SLC26A3)
  • Gitelman syndrome (SLC12A3)
  • HELIX s.: Hypohidrosis, Electrolyte imbalance, Lacrimal gland dysf., Ichthyosis, Xerostomia (CLDN10)
  • Hyperaldosteronism, familial, type II (CLCN2)
  • Hyperaldosteronism, familial, type III (KCNJ5)
  • Hyperaldosteronism, familial, type IV (CACNA1H)
  • Hypocalcemia, AD, with Bartter syndrome (CASR)
  • Liddle syndrome 2: pseudoaldosteronism, AD form of salt-sensitive hypertension (SCNN1G)
  • Liddle syndrome 3: pseudoaldosteronism, AD form of salt-sensitive hypertension (SCNN1A)
  • Pseudohypoaldosteronism type I, AD (NR3C2)
  • Pseudohypoaldosteronism, type I (SCNN1A)
  • Pseudohypoaldosteronism, type I (SCNN1G)
  • Pseudohypoaldosteronism, type IIB (WNK4)
  • Renal cysts + diabetes syndrome (HNF1B)
  • SESAME syndr.: Seizures, Sensorineural deafness, Ataxia, Mental retard., Electrolyte imbal. (KCNJ10)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AR
  • XLR
  • digenisch
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.