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Klinische FragestellungNeuropathie, CMT1/-4/-X, demyelinisierend; Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für Neuropathie, CMT1/-4/-X, demyelinisierend, mit 6 "core"-Genen, 14 weiteren "core candidate"-Genen sowie zusammen genommen 29 Leitlinien-kuratierten Genen gemäß klinischer Verdachtsdiagnose

ID
NP1231
Anzahl Gene
25 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
42,9 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
52,4 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
DNM22613NM_001005360.3AD
EGR21431NM_000399.5AD
FGD42301NM_139241.3AR
FIG42724NM_014845.6AD, AR
GDAP11077NM_018972.4AD, AR
GJB1852NM_000166.6XL
HK12754NM_000188.3AR
LITAF486NM_004862.4AD
MPZ747NM_000530.8AD
MTMR21932NM_016156.6AR
NDRG11185NM_006096.4AR
NEFL1633NM_006158.5AD, AR
PDK31248NM_001142386.3XL
PMP22483NM_000304.4AD
PRPS1957NM_002764.4XL
PRX4386NM_181882.3AR
SBF15682NM_002972.4AR
SBF25550NM_030962.4AR
SH3TC23867NM_024577.4AR
SURF1903NM_003172.4AR
CNTNAP14155NM_003632.3AR
CTDP12529NM_004715.5AR
FBLN51347NM_006329.4AD
PMP2403NM_002677.5AD
SORD1074NM_003104.6AR

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Hereditäre motorische und sensorische Neuropathien (HMSN) oder Charcot-Marie-Tooth-(CMT) Erkrankungen und verwandte Neuropathien sind eine Gruppe von klinisch und genetisch heterogenen Leiden, die primär das periphere Nervensystem mit sekundärem Muskelschwund und Schwäche betreffen. CMT ist die häufigste vererbte neuromuskuläre Störung, und diese Patienten können sich mit vielen Symptomen präsentieren, wobei in allen Altersgruppen üblicherweise motorische Anzeichen gegenüber sensorischen Symptomen überwiegen. CMT kann im Säuglingsalter beginnen, in der Adoleszenz oder lebenslang mit milden Symptomen auftreten - selbst asymptomatische Verwandte können in bestimmten Familien nachgewiesen werden. Die motorischen Nervenleit-Geschwindigkeiten (NCV) unterscheiden zwei Haupttypen: CMT1 (demyelinisierend; NCV<35m/sec) und CMT2 (axonal; NCV>45m/sec). CMT1 macht etwa 2/3 aller CMT-Fälle aus. Die CMT-Neuropathie kann entweder autosomal dominant, rezessiv oder X-chromosomal (CMTX-Formen) vererbt werden und tritt häufig als sporadische Neuropathie auf. Bislang wurden über 60 verschiedene genetische Loci mit CMT1-4 und CMTdi (dominanter intermediärer Typ; NCV 35-45m/sec) in Verbindung gebracht. Fast alle der relevanten Gene sind identifiziert. Diese Gene kodieren für Proteine, die an der Myelinisierung, der Schwann-Zell-Differenzierung, dem axonalen Transport, dem endozytären Recycling, der mitochondrialen Funktion, der Protein-Translation, der Signaltransduktion, der Reparatur von Einzelstrang-DNA-Brüchen und anderen Prozessen beteiligt sind. Die bisher berichteten DNA-Diagnoseausbeuten für alle CMT-Formen unterscheiden sich erheblich von >20% bis >60%, wahrscheinlich in Abhängigkeit vom Grad der klinischen Aufarbeitung. Negative molekulargenetische Ergebnisse schließen die klinische Diagnose keinesfalls aus.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1358/

 

Synonyme
  • Alias: CMT1 + CMT4 + CMTX
  • Alias: HMSNI + HMSNIV + HMSNX
  • Alias: Polyneuropathie
  • Allelic: Arts syndrome (PRPS1)
  • Allelic: Cutis laxa, AD 2 (FBLN5)
  • Allelic: Cutis laxa, AR, type IA (FBLN5)
  • Allelic: Deafness, XL 1 (PRPPS1)
  • Allelic: Dejerine-Sottas disease (EGR2, MPZ, PMP22, PRX)
  • Allelic: Gout, PRPS-related (PRPS1)
  • Allelic: Hypomyelinating neuropathy, congenital, 2 (MPZ)
  • Allelic: Macular degeneration, age-related, 3 (FBLN5)
  • Allelic: Mononeuropathy of the median nerve, mild (SH3TC2)
  • Allelic: Phosphoribosylpyrophosphate synthetase superactivity (PRPS1)
  • Allelic: Roussy-Levy syndrome (MPZ, PMP22)
  • Amyotrophic lateral sclerosis 11 (FIG4)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, DI D (MPZ)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, DI G (NEFL)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, RI, A (GDAP1)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, XLD, 6 (PDK3)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, XLR, 5 (PRPS1)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, axonal, type 2K (GDAP1)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, axonal, with vocal cord paresis (GDAP1)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 1A (PMP22)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 1B (MPZ)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 1C (LITAF)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 1D (EGR2)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 1E (PMP22)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 1F (NEFL)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 2E (NEFL)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 2I (MPZ)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 2J (MPZ)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4A (GDAP1)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4B1 (MTMR2)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4B2 (SFB2)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4C (SH3TC2)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4D (NDRG1)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4F (PRX)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4H (FGD4)
  • Charcot-Marie-Tooth disease, type 4J (FIG4)
  • Charcot-Marie-Tooth neuropathy, XLD, 1 (GJB1)
  • Cowchock syndrome (AIFM1)
  • Hypomyelinating neuropathy, congenital, 1 (EGR2)
  • Neuropathy, hereditary, with/-out age-related macular degeneration (FBLN5)
  • Neuropathy, recurrent, with pressure palsies (PMP22)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AR
  • XL
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.