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Unsere KompetenzInterdisziplinäre Diagnostik
Know how bei der Analyse von Erbmaterial.
Zum Wohle von Patientinnen und Patienten.

Klinische FragestellungDystrophie, myotone 1

Zusammenfassung

Kurzinformation

Kuratierte Analyse der Trinukleotid repeat (CTG)-Blöcke im DMPK Gen auf Expansion

ID
DX0230
Anzahl Loci
Locus-TypAnzahl
Gen 1
Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
2,0 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Untersuchungsmaterial
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

X

 

Loci

Gen

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
DMPK1920NM_001081563.3AD

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Charakteristisch für die klassische Form der Myotonen Dystrophie Typ 1 (DM1, Steinert-Erkrankung) ist eine progrediente, multisystemische Erkrankung mit Myotonie, Muskelschwäche und -atrophie, Katarakten und einer Herzerkrankung (meist Herzrhythmusstörungen). Darüber hinaus können hormonelle Auffälligkeiten und gastrointestinale Symptome und kognitive Beeinträchtigungen bzw. psychiatrische Symptome auftreten. Das Erkrankungsalter ist variabel und liegt durchschnittlich zwischen dem 10. Und 30. Lebensjahr. Die milde Verlaufsform mit Katarakten und Myotonie ohne die ausgeprägte Muskelschwäche kann auch später auftreten. Der Schweregrad der Symptome und das Alter bei Erstmanifestation hängen im Durchschnitt von der Anzahl der Repeats ab. Je größer die Anzahl, desto schwerwiegender verläuft die Erkrankung und desto früher beginnen die Symptome. Aufgrund der klinischen Variabilität sind sichere Vorhersagen des Verlaufs aber nicht immer möglich. Davon abzugrenzen ist eine sogenannte kongenitale Form der DM1 mit Manifestation bis zum 10. Labensjahr. Bei dieser Form kommt es zu einer ausgeprägten muskulären Hypotonie, respiratorischen Defiziten und sprachlicher Entwicklungsverzögerung sowie Intelligenzminderung. Die kongenitale Form tritt in der Regel bei Repeatexpansionen mit einer Anzahl von >1000 Repeats auf.

DM1 wird autosomal-dominant vererbt. Typischerweise zeigt sich eine Antizipation (= frühere Manifestation und schwerwiegendere Verläufe in nachfolgenden Generationen) durch die Zunahme der Repeatanzahl, insbesondere bei mütterlicher Vererbung.

Referenzen: PMID: 22643181, Kamsteeg et al., 2012 (EMQN-guidelines); GeneReviews: NBK1165, Bird, 2024.

 

Synonyme
  • Alias: Curschmann-Steinert
  • Alias: Dystrophia myotonica 1 (DMPK)
  • Alias: Dystrophia myotonica 2 (CNBP)
  • DM1: Steinert myotonic dystrophy, Steinert disease
  • DM2: Proximal myotonic dystrophy, Ricker disease
  • Myotonic dystrophy type 1, DM1 (DMPK)
  • Myotonic dystrophy type 2, DM2 (CNBP)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.