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Klinische FragestellungCADASIL, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für CADASIL mit 6 Leitlinien-kuratierten bzw. insgesamt 14 kuratierten Genen gemäß klinischer Verdachtsdiagnose

ID
CP6442
Anzahl Gene
12 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
22,3 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
40,6 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

[Sanger]

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
COL4A15010NM_001845.6AD, Mult
COL4A25139NM_001846.4n.k.
CTSA1497NM_000308.4AR
GLA1290NM_000169.3XL
HTRA11443NM_002775.5AD, AR
NOTCH36966NM_000435.3AD
TREX1945NM_033629.6AD
APP2313NM_000484.4AD
ATP1A23063NM_000702.4AD
CACNA1A6786NM_001127221.2AD
COL3A14401NM_000090.4AR, AD
FOXC11662NM_001453.3AD

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Die Cerebrale Autosomal Dominante Arteriopathie mit Subkortikalen Infarkten und Leukoenzephalopathie, CADASIL, ist eine Erbkrankheit, die transiente ischämische Attacken und Schlaganfälle verursacht. Diese Erkrankung beeinträchtigt den Blutfluss in den kleinen Blutgefäßen, insbesondere im Gehirn, aber auch im Herzen, in den Nieren, in den Augen und in den peripheren Nerven. Die glatten Muskelzellen der Gefäße sind dysfunktional und sterben allmählich ab. Zerebrale Arteriopathie kann Migräne verursachen, oft mit visuellen Empfindungen und Auren oder Epilepsie. Die geschädigten Blutgefäße vermindern die Durchblutung ggf. ab der Kindheit bis zum späten Erwachsenenalter, typischerweise aber im mittleren Erwachsenenalter. CADASIL-Patienten erleiden oft mehrere Schlaganfälle. Wiederkehrende Infarkte schädigen das Gehirn mit der Zeit. Schlaganfälle im subkortikalen Bereich können zu fortschreitender Demenz und Veränderungen der Stimmung und der Persönlichkeit führen. Viele Menschen mit CADASIL entwickeln auch eine Leukoenzephalopathie. Das Alter beim ersten Auftreten der Symptome ist bei den Betroffenen sehr unterschiedlich, ebenso wie der Schweregrad dieser Anzeichen. Mutationen im NOTCH3-Gen verursachen CADASIL und führen zur Apoptose der glatten Gefäßmuskelzellen. CADASIL wird autosomal dominant vererbt. Die Differentialdiagnose bei klinischem CADASIL-Verdacht umfasst sporadische bzw. multifaktorielle Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) und Erbleiden (Morbus Fabry, CARASIL, CARASAL, MELAS usw.). Da die molekulargenetische Ausbeute selten 15% der Verdachts-Fälle übersteigt, schließt ein negatives DNA-Testergebnis die klinische Diagnose nicht aus.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1500/

 

Synonyme
  • DD: CARASAL, cathepsin A–related arteriopathy, strokes, leukoencephalopathy
  • Alias: Familial cerebral small vessel disease
  • Allelic: Aicardi-Goutieres syndrome 1, AD + AR (TREX1)
  • Allelic: Alzheimer disease 1, familial (APP)
  • Allelic: Anterior segment dysgenesis 3, multiple subtypes (FOXC1)
  • Allelic: Arterial calcification, generalized, of infancy, 2 (ABCC6)
  • Allelic: Axenfeld-Rieger syndrome, type 3 (FOXC1)
  • Allelic: Chilblain lupus (TREX1)
  • Allelic: Developemental + epileptic encephalopathy 42 (CACNA1A)
  • Allelic: Ehlers-Danlos syndrome, vascular type (COL3A1)
  • Allelic: Episodic ataxia, type 2 (CACNA1A)
  • Allelic: Fabry disease, cardiac variant (GLA)
  • Allelic: Lateral meningocele syndrome (NOTCH3)
  • Allelic: Macular degeneration, age-related, neovascular type; Macular degen., age-rel., 7 (HTRA1)
  • Allelic: Myofibromatosis, infantile 2 (NOTCH3)
  • Allelic: Retinal arteries, tortuosity of (COL4A1)
  • Allelic: Spinocerebellar ataxia 6 (CACNA1A)
  • Allelic: Systemic lupus erythematosus, susceptibility to (TREX1)
  • Alternating hemiplegia of childhood 1 (ATP1A2)
  • Angiopathy, hereditary, with nephropathy, aneurysms + muscle cramps (COL4A1)
  • Brain small vessel disease 2 (COL4A2)
  • Brain small vessel disease 3 (COLGALT1)
  • Brain small vessel disease with/-out ocular anomalies (COL4A1)
  • CARASIL syndrome (HTRA)
  • Cerebral amyloid angiopathy, Dutch, Italian, Iowa, Flemish, Arctic variants (APP)
  • Cerebral arteriopathy with subcortical infarcts + leukoencephalopathy 1 (NOTCH3)
  • Cerebral arteriopathy, AD, with subcortical infarcts + leukoencephalopathy, type 2 (HTRA1)
  • Fabry disease (GLA)
  • Galactosialidosis (CTSA)
  • Hemorrhage, intracerebral, susceptibility to (COL4A1, COL4A2)
  • Microangiopathy + leukoencephalopathy, pontine, AD (COL4A1)
  • Migraine, familial basilar (ATP1A2)
  • Migraine, familial hemiplegic, 1 (CACNA1A)
  • Migraine, familial hemiplegic, 1, with progressive cerebellar ataxia (CACNA1A)
  • Migraine, familial hemiplegic, 2 (ATP1A2)
  • Polymicrogyria with/-out vascular-type EDS (COL3A1)
  • Pseudoxanthoma elasticum (ABCC6)
  • Pseudoxanthoma elasticum, forme fruste (ABCC6)
  • Vasculopathy, retinal, with cerebral leukoencephalopathy + systemic manifestations (TREX1)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AR
  • Mult
  • XL
  • n.k.
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.