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Klinische FragestellungSimpson-Golabi-Behmel-Syndrom, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für Simpson-Golabi-Behmel-Syndrom mit 5 "core candidate"-Genen bzw. zusammen genommen 10 kuratierten Genen gemäß klinischer Verdachtsdiagnose

ID
SP5020
Anzahl Loci
Locus-TypAnzahl
Gen 10
Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
10,2 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
29,0 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Untersuchungsmaterial
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

[Sanger]

 

Loci

Gen

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
EZH22256NM_004456.5AD
GPC31743NM_004484.4XLR
GPC41671NM_001448.3XLR
OFD13039NM_003611.3XL
PIGA1455NM_002641.4XLR
DIS3L22658NM_152383.5XLR
NFIX1533NM_001271043.2AD
NSD18091NM_022455.5AD
PLOD12184NM_000302.4AR
PTCH14344NM_000264.5AD

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Das Simpson-Golabi-Behmel-Syndrom (SGBS) ist ein Fehlbildungssyndrom, welches ein breites klinisches Bild mit unterschiedlichen Schweregraden aufweist. Es ist gekennzeichnet durch prä- und postnatales Überwachstum mit Makrosomie, ausgeprägte kraniofaziale Merkmale (Makrozephalie mit grobem Gesicht, Makroglossie, Hypertelorismus, Zahnfehlstellungen, Gaumenanomalien), überzählige Brustwarzen, angeborene Herzfehler und Herzrhythmusstörungen, vertebrale Segmentdefekte, abdominale Viszeromegalie (Nierendysplasie/Nephromegalie, Splenomegalie und Hepatomegalie), Zwerchfellhernie, Diastasis recti/umbilikale Hernie, Gliedmaßenanomalien (Polydaktylie/Brachydaktylie der Hände, kutane Syndaktylie, Nagelhypoplasie) und Genitalbeteiligung (Kryptorchismus, Hypospadie). Die Beteiligung des Zentralnervensystems äußert sich in unterschiedlichem Ausmaß durch Intelligenzminderung, motorische Verzögerung und Sprachverzögerung. Patienten mit SGBS haben ein erhöhtes Risiko für embryonale Tumore (Wilms-Tumor), Hepatoblastom, Nebennieren-Neuroblastom, Gonadoblastom und hepatozelluläres Karzinom. Das SGBS Typ1 ist auf pathogene Varianten des GPC3-Gens zurückzuführen, das SGBS Typ2 auf Varianten im OFD1-Gen. Zu den Differentialdiagnosen gehören Grosswuchssyndrome wie das Beckwith-Wiedemann-Syndrom und das Sotos-Syndrom sowie weitere Störungen wie das fragile X-Syndrom, das Bannayan-Zonana-Syndrom, das PTEN-Hamartom-Tumor-Syndrom, das Marshall-Syndrom, das Nevo-Syndrom, die Mosaik-Trisomie 8 und das Pallister-Killian-Syndrom. Das SGBS wird X-chromosomal-rezessiv vererbt oder es entsteht durch de novo-Mutationen (20-30% der Fälle).

Literatur: https://www.orpha.net/de/disease/detail/373

 

Synonyme
  • Alias: Bulldog syndrome; Dysplasia gigantism syndrome, XL
  • Alias: Golabi-Rosen syndrome
  • Alias: Simpson dysmorphia syndrome
  • Alias: Simpson-Golabi-Behmel syndrome, type 1 + 2
  • Alias: XL dysplasia gigantism syndrome
  • Allelic: Basal cell carcinoma, somatic (PTCH1)
  • Allelic: Basal cell nevus syndrome (PTCH1)
  • Allelic: Holoprosencephaly 7 (PTCH1)
  • Allelic: Joubert syndrome 10 (OFD1)
  • Allelic: Orofaciodigital syndrome I (OFD1)
  • Allelic: Paroxysmal nocturnal hemoglobinuria, somatic (PIGA)
  • Allelic: Retinitis pigmentosa 23 (OFD1)
  • Allelic: Wilms tumor, somatic (GPC3)
  • Ehlers-Danlos syndrome, kyphoscoliotic type, 1 (PLOD1)
  • Keipert [nasodigitoacoustic] syndrome (GPC4)
  • Marshall-Smith syndrome (NFIX)
  • Multiple congenital anomalies-hypotonia-seizures syndrome 2 (PIGA)
  • Perlman syndrome (DIS3L2)
  • Simpson-Golabi-Behmel syndrome, type 1 (GPC3, GCP4)
  • Simpson-Golabi-Behmel syndrome, type 2 (OFD1, PIGA)
  • Sotos syndrome 1 (NSD1)
  • Sotos syndrome 2 (NFIX)
  • Weaver syndrome (EZH2)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AR
  • XL
  • XLR
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.