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Klinische FragestellungSilver-Russell-Syndrom, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für Silver-Russell-Syndrom mit 2 "core"-Genen, 4 "core candidate"-Genen bzw. zusammen genommen 21 kuratierten Genen gemäß klinischer Verdachtsdiagnose

ID
SP5030
Anzahl Gene
20 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
7,9 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
43,9 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

Stufe 1: MS-MLPA Chromosom 11

Stufe 2: MS-MLPA UPD7 > ggf. nach Befund Analyse der Eltern

Stufe 3: NGS +

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
CDKN1C951NM_000076.2AD
HMGA2330NM_003483.6AD
IGF1462NM_000618.5AR
IGF1R4104NM_000875.5AD, AR
IGF2543NM_000612.6AD
PLAG11503NM_002655.3Gen Fusion
BLM4254NM_000057.4AR
CCDC81617NM_032040.5AR
CDC451819NM_001178010.2AR
CDC61683NM_001254.4AR
CDT11641NM_030928.4AR
CUL75097NM_014780.5AR
FANCA4368NM_000135.4AR
GMNN670NM_001251989.2AD
MCM52205NM_006739.4AR
NBN2265NM_002485.5AR
OBSL15691NM_015311.3AR
ORC12586NM_004153.4AR
ORC41311NM_002552.5AR
ORC6759NM_014321.4AR

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Silver-Russell-Syndrom (SRS) ist durch langsames Wachstum vor und nach der Geburt gekennzeichnet. Die Säuglinge sind klein und gedeihen nicht, während andererseits die Kopfgröße altersentsprechend ist. Betroffene Kinder leiden unter Hypoglykämie als Folge von Fütterungsproblemen. Erwachsene mit SRS sind ebenfalls klein, Männer im Durchschnitt ~150 cm und Frauen ~140 cm. Viele Kinder mit SRS haben ein kleines, dreieckiges Gesicht mit hervorstehender Stirn, schmalem Kinn, kleinem Kiefer und nach unten gebogenen Mundwinkeln. Darüber hinaus sind Klinodaktylie, asymmetrisches oder ungleichmäßiges Wachstum einiger Körperteile sowie Anomalien des Verdauungssystems häufig. SRS ist auch mit einem erhöhten Risiko für Entwicklungsverzögerungen, Sprach- und Lernprobleme verbunden. Die genetischen Ursachen für SRS sind komplex und beruhen häufig auf einer abnormen Gen-Regulation auf den Chromosomen 7 und 11. 30-50 % der SRS-Fälle sind auf Veränderungen der Methylierung auf Chromosom 11p in den Genen H19 und IGF2 zurückzuführen. Gen-Veränderungen auf Chromosom 7 können SRS durch z.B. bei uniparentaler Disomie verursachen (7-10 % der Fälle). Bei ~40 % bleibt die Ursache des SRS ungeklärt. Negative molekulargenetische Untersuchungsergebnisse schließen die klinische Diagnose SRS nicht aus. Die meisten Fälle von SRS treten sporadisch auf, in seltenen Fällen scheint die Krankheit autosomal dominant oder autosomal rezessiv vererbt zu werden.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1324/

 

Synonyme
  • Alias: Russel-Silver syndrome
  • Alias: Silver-Russell dwarfism
  • Allelic: Adenomas, salivary gland pleomorphic, somatic (PLAG1)
  • Allelic: Aplastic anemia (NBN)
  • Allelic: Beckwith-Wiedemann syndrome (CDKN1C)
  • Allelic: Leukemia, acute lymphoblastic (NBN)
  • 3-M syndrome 1 (CUL7)
  • 3-M syndrome 2 (OBSL1)
  • 3-M syndrome 3 (CCDC8)
  • Bloom syndrome (BLM)
  • Fanconi anemia (BRCA2, BRIP1, ERCC4, MAD2L2, PALB2, RAD51, RAD51C, RFWD3, SLX4, UBE2T, XRCC2)
  • Fanconi anemia (FANCA-FANCL/FANCW)
  • Growth retardation with deafness + mental retardation due to IGF1 deficiency (IGF1)
  • IMAGE syndrome (CDKN1C)
  • Insulin-like growth factor I, resistance to (IGF1R)
  • Meier-Gorlin syndrome 1 (ORC)
  • Meier-Gorlin syndrome 2 (ORC4)
  • Meier-Gorlin syndrome 3 (ORC6)
  • Meier-Gorlin syndrome 4 (CDT1)
  • Meier-Gorlin syndrome 5 (CDC6)
  • Meier-Gorlin syndrome 6 (GMNN)
  • Meier-Gorlin syndrome 7 (CDC45)
  • Meier-Gorlin syndrome 8 (MCM5)
  • Nijmegen breakage syndrome (NBN)
  • Silver-Russell syndrome 1 (ICR1)
  • Silver-Russell syndrome 2 (uniparental disomy, maternal)
  • Silver-Russell syndrome 3 (IGF2)
  • Silver-Russell syndrome 4 (PLAG1)
  • Silver-Russell syndrome 5 (HMGA2)
  • Warsaw breakage syndrome (DDX11)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AR
  • Gen Fusion
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.