Klinische FragestellungSaure Sphingomyelinase-Defizienz (ASMD, "Niemann-Pick Typ A/B")
Zusammenfassung
Leitlinien-kuratierte Einzelgen-Sequenzanalyse bei klinischem Verdacht auf Morbus Niemann-Pick
| Locus-Typ | Anzahl |
|---|---|
| Gen | 1 |
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
- EDTA-Blut (3-5 ml)
NGS +
Loci
Gen
| Name | Exon-Länge (bp) | OMIM-G | Referenz-Seq. | Erbgang |
|---|---|---|---|---|
| SMPD1 | 1896 | NM_000543.5 | AR |
Infos zur Erkrankung
Die früher als Niemann-Pick-Krankheit Typ A, A/B und B bezeichneten Erkrankungsbilder werden heute unter dem Begriff saure Sphingomyelinase-Defizienz (ASMD) zusammengefasst. Ursache sind biallelische pathogene Varianten im SMPD1-Gen, die zu einem Mangel an saurer Sphingomyelinase führen. Dadurch kommt es zu einer Speicherung von Sphingomyelin mit vor allem viszeraler, pulmonaler und – je nach Verlaufsform – auch zentralnervöser/neuronaler Beteiligung. Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt. Die Diagnosesicherung erfolgt durch den Nachweis einer deutlich verminderten Aktivität der sauren Sphingomyelinase sowie molekulargenetisch durch den Nachweis biallelischer SMPD1-Varianten. Klinisch umfasst ASMD ein Spektrum von der infantilen neuroviszeralen Form (früher Typ A) über intermediäre neuroviszerale Verläufe (früher Typ A/B) bis zur chronisch viszeralen Form (früher Typ B).
Die infantile neuroviszerale Form manifestiert sich meist bereits im Säuglingsalter mit progredienter Hepatosplenomegalie, Gedeihstörung, interstitieller Lungenerkrankung und rasch fortschreitender neurodegenerativer Symptomatik; die psychomotorische Entwicklung stagniert etwa auf dem Niveau des 12. Lebensmonats. Unbehandelt versterben die meisten Kinder vor dem dritten Lebensjahr.
Die chronisch viszerale Form beginnt meist später und verläuft milder, typischerweise mit Hepatosplenomegalie, Leberfunktionsstörung, Hypersplenismus mit Thrombozytopenie, interstitieller Lungenerkrankung, Osteopenie bzw. Osteoporose und atherogenem Lipidprofil; eine progrediente ZNS-Beteiligung fehlt in der Regel, und viele Betroffene erreichen das Erwachsenenalter.
Intermediäre Verläufe zeigen klinisch Merkmale zwischen beiden Extremen und können mit variabler neurologischer Beteiligung einhergehen.
Eine Enzymersatztherapie mit Olipudase alfa steht für die nicht-zentralnervösen Manifestationen der ASMD zur Verfügung. Darunter lassen sich insbesondere Lungen-, Leber- und Milzbeteiligung sowie weitere viszerale Manifestationen günstig beeinflussen. Die Therapie wirkt jedoch nicht auf die neurologischen Manifestationen. Deshalb ist die ERT insbesondere für chronisch viszerale Verläufe und für die nicht-neurologischen Symptome bei intermediären Formen relevant.
Referenzen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1370/
- ASMD
- Acid sphingomyelinase deficiency
- Alias: Niemann-Pick disease, type A/B (SMPD1)
- Niemann-Pick disease, intermediate, protracted neurovisceral, type A (SMPD1)
- Niemann-Pick disease, intermediate, visceral involvement + rapid progression, type B/E/F (SMPD1)
- Sphingomyelin lipidosis; Niemann-Pick disease, type A (SMPD1)
- Sphingomyelinase deficiency; Niemann-Pick disease, type A (SMPD1)
- AR
- Multiple OMIM-Ps
Bioinformatik und klinische Interpretation
Kein Text hinterlegt
Laboranforderung
Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.
Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.
Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.
Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.