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Klinische FragestellungMorbus Wolman, Cholesterinester-Speicherkrankheit

Zusammenfassung

Kurzinformation

Kuratierte Einzelgen-Sequenzanalyse bei klinischem Verdacht auf Morbus Wolman

ID
MS7685
Anzahl Loci
Locus-TypAnzahl
Gen 1
Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
1,2 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Untersuchungsmaterial
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

 

Loci

Gen

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
LIPA1200NM_000235.4AR

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Der Mangel an lysosomaler saurer Lipase (LAL-D) ist eine seltene, autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, die durch eine gestörte intrazelluläre Lipidverarbeitung gekennzeichnet ist. Aufgrund der verminderten oder fehlenden Aktivität des Enzyms lysosomale saure Lipase kommt es zur Akkumulation von Cholesterinestern und Triglyzeriden in verschiedenen Geweben, insbesondere in Leber, Milz und Gefäßsystem.

Das klinische Spektrum umfasst zwei Verlaufsformen, die heute als Kontinuum derselben Erkrankung betrachtet werden:

Die frühmanifestierende, schwere Form (früher als Morbus Wolman bezeichnet) beginnt bereits in den ersten Lebenswochen. Sie ist gekennzeichnet durch eine rasch progrediente Hepatosplenomegalie, Gedeihstörung, Steatorrhoe, Malabsorption, Ikterus sowie Nebennierenverkalkungen. Unbehandelt führt sie meist innerhalb des ersten Lebensjahres zum Tod durch Multiorganversagen.

Die später einsetzende Form (früher Cholesterinester-Speicherkrankheit, CESD) manifestiert sich typischerweise im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter. Klinisch zeigen sich eine Hepatomegalie, erhöhte Transaminasen, eine progrediente Leberfibrose bis hin zur Zirrhose sowie eine Dyslipidämie mit erhöhtem LDL-Cholesterin und erniedrigtem HDL, was das Risiko für frühzeitige Atherosklerose erhöht.

Beide Verlaufsformen werden durch pathogene Varianten im LIPA-Gen verursacht. Der Schweregrad der Erkrankung korreliert mit der verbleibenden Enzymaktivität.

Die Diagnostik erfolgt durch Messung der Enzymaktivität sowie die molekulargenetische Analyse. Zahlreiche krankheitsverursachende Varianten sind beschrieben, wobei die Nachweisrate durch genetische Testung insgesamt hoch ist.

Therapeutisch steht eine kausale Enzymersatztherapie mit Sebelipase alfa zur Verfügung, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und sowohl hepatische als auch metabolische Parameter verbessern kann. Ergänzend können diätetische Maßnahmen und lipidsenkende Therapien eingesetzt werden.

Quelle:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK305870/

 

Synonyme
  • Alias: Cholesterol ester hydrolase deficiency (LIPA)
  • Alias: Cholesterol ester storage disease [later onset forms] (LIPA)
  • Alias: LIPA deficiency, LAL deficiency (LIPA)
  • Alias: Lysosomale saure Lipase-Defizienz (LIPA)
  • Alias: Wolman disease, infantile-onset form (LIPA)
  • Cholesterol ester storage disease (LIPA)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AR
OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Kein Text hinterlegt

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.