©istock.com/Andrea Obzerova
Unsere KompetenzInterdisziplinäre Diagnostik
Know how bei der Analyse von Erbmaterial.
Zum Wohle von Patientinnen und Patienten.

Zusammenfassung

Kurzinformation

Kuratierte Einzelgen-Sequenzanalyse bei klinischem Verdacht auf Morbus Pompe

ID
MS9911
Anzahl Loci
Locus-TypAnzahl
Gen 1
Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
2,9 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Untersuchungsmaterial
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

 

Loci

Gen

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
GAA2859NM_000152.5

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Morbus Pompe ist eine autosomal-rezessiv vererbte lysosomale Glykogenspeichererkrankung, die durch einen Mangel an saurer Alpha-Glukosidase (GAA) verursacht wird. Infolge des Enzymdefekts akkumuliert Glykogen vor allem in Skelett-, Atem- und Herzmuskulatur. Klinisch wird zwischen infantile-onset Pompe disease (IOPD) und late-onset Pompe disease (LOPD) unterschieden. Zur IOPD zählen Verläufe mit Manifestation vor dem 12. Lebensmonat und Kardiomyopathie; charakteristisch sind ausgeprägte Hypotonie, generalisierte Muskelschwäche, Trink- und Gedeihstörung, respiratorische Insuffizienz sowie eine früh manifeste Kardiomegalie bzw. hypertrophe Kardiomyopathie. Unbehandelt führt die Erkrankung meist in den ersten beiden Lebensjahren zum Tod infolge kardiorespiratorischer Insuffizienz. Die LOPD umfasst Verläufe mit Manifestation vor dem 12. Lebensmonat ohne Kardiomyopathie sowie alle Manifestationen nach dem 12. Lebensmonat. Typisch sind eine progrediente proximale Muskelschwäche mit Betonung der unteren Extremitäten und der rumpfnahen Muskulatur sowie eine Beteiligung der Atemmuskulatur, die im Verlauf zu respiratorischer Insuffizienz führen kann; eine klinisch relevante Herzbeteiligung fehlt meist. Die Diagnosesicherung erfolgt durch den Nachweis einer verminderten GAA-Enzymaktivität und/oder molekulargenetisch durch den Nachweis biallelischer pathogener Varianten im GAA-Gen; die molekulargenetische Untersuchung ist sowohl als Bestätigungsdiagnostik bei auffälliger Biochemie oder Neugeborenenscreening als auch als Primärdiagnostik bei klinischem Verdacht indiziert. Gezielte Therapie: Bei Nachweis einer Pompe-Erkrankung ist eine Enzymersatztherapie (ERT) anzustreben. Verfügbar sind Alglucosidase alfa für IOPD und LOPD, Avalglucosidase alfa für LOPD ab einem Alter von über einem Jahr sowie Cipaglucosidase alfa in Kombination mit Miglustat für Erwachsene mit LOPD ab 40 kg Körpergewicht, wenn unter bestehender ERT keine ausreichende klinische Besserung erreicht wird. Vor Beginn einer Enzymersatztherapie bei infantilem Morbus Pompe ist eine Untersuchung auf endogenes GAA-Protein sinnvoll, da dies das Risiko einer Antikörperbildung gegen das Medikament beeinflusst.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1261/

 

Synonyme
  • Alias: Alpha-1,4-glucosidase acid deficiency (GAA)
  • Alias: Alpha-1,4-glucosidase deficiency (GAA)
  • Alias: GAA deficiency (GAA)
  • Alias: Glycogen storage disease type 2; GSD type 2 (GAA)
  • Alias: Glycogen storage disease type II; GSD type II (GAA)
  • Alias: Glycogenosis type 2, Glycogenosis type II (GAA)
  • Alias: Glycogenosis, generalised, cardiac form (GAA)
  • Alias: Pompe disease (GAA)
OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Kein Text hinterlegt

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.