Klinische FragestellungMorbus Niemann-Pick Typ C
Zusammenfassung
2 Leitlinien-kuratierte Einzelgen-Sequenzanalysen bei klinischem Verdacht auf Morbus Niemann-Pick Typ C
| Locus-Typ | Anzahl |
|---|---|
| Gen | 2 |
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
- EDTA-Blut (3-5 ml)
NGS +
Loci
Infos zur Erkrankung
Die Niemann-Pick-Erkrankung Typ C (NPC) ist eine autosomal-rezessiv vererbte lysosomale Speicherkrankheit, die durch biallelische pathogene Varianten in NPC1 oder NPC2 verursacht wird. Die Erkrankung zeigt ein breites klinisches Spektrum und verläuft in der Regel langsam progredient, wobei Art und Schweregrad der Symptome wesentlich vom Erkrankungsalter abhängen. Die Diagnosesicherung erfolgt molekulargenetisch durch den Nachweis biallelischer pathogener Varianten in NPC1 oder NPC2; biochemisch dienen heute vor allem Oxysterole sowie Gallensäuremetabolite als wichtige Screeninguntersuchungen. Klinisch kann sich NPC bereits perinatal oder im Säuglingsalter, dann typischerweise mit Hepatosplenomegalie, prolongiertem cholestatischem Ikterus und pulmonalen Infiltraten manifestieren. Ein Teil der Kinder verstirbt bereits in dieser frühen Phase; andere überleben und entwickeln im Verlauf dann neurologische Symptome. Bei spätinfantilem und juvenilem Beginn stehen neurologische, neuropsychologische und psychiatrische Auffälligkeiten im Vordergrund, insbesondere muskuläre Hypotonie, sprachliche Entwicklungsverzögerung, Ataxie, Dysarthrie, Dysphagie, teils epileptische Anfälle, Dystonie und gelastische Kataplexie. Besonders charakteristisch ist eine vertikale supranukleäre Blickparese bzw. Blickstörung, die oft schon früh im Verlauf nachweisbar ist. Im weiteren Verlauf kommt es zu progredienten kognitiven Einschränkungen bis hin zur Demenz. Bei adoleszentem oder adultem Erkrankungsbeginn ist der Verlauf meist langsamer; die initiale Symptomatik kann vorwiegend neurologisch sein, teilweise aber auch durch früh einsetzende Demenz oder psychiatrische Auffälligkeiten wie therapieresistente Depression oder Denkstörungen geprägt sein. Eine isolierte Splenomegalie kann der neuropsychiatrischen Manifestation über Jahre vorausgehen; umgekehrt schließt das Fehlen einer Organomegalie die Diagnose nicht aus. Die Prognose ist stark vom Manifestationsalter abhängig: Früh beginnende Verläufe beeinträchtigen die Lebenserwartung stärker, später manifeste Verlaufsformen sind langsamer progredient. Bei Auftreten neurologischer Symptome ist die Erkrankung immer progredient. Eine kurative Therapie steht nicht zur Verfügung. Gezielte medikamentöse Therapieoptionen sind teilweise verfügbar. Die frühe Identifikation betroffener Angehöriger ist klinisch relevant, da dadurch eine gezielte Therapie und strukturierte Verlaufskontrolle frühzeitig eingeleitet werden können.
Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1296/
- Alias: Neurovisceral storage disease with vertical supranuclear ophthalmoplegia (NPC1)
- Alias: Niemann-Pick disease without Sphingomyelinase deficiency (NPC1)
- Alias: Niemann-Pick disease, type D (NPC1)
- Niemann-Pick disease, type C1 (NPC1)
- Niemann-Pick disease, type C2 (NPC2)
- Niemann-Pick disease, type D (NPC1)
- AR
Bioinformatik und klinische Interpretation
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