Klinische FragestellungMorbus Fabry, Differentialdiagnose
Zusammenfassung
Ein umfassendes differentialdiagnostisches panel mit 4 Leitlinien-kuratierten Genen sowie 3 weiteren kuratierten Genen gemäß des klinischen Verdachts
| Locus-Typ | Anzahl |
|---|---|
| Gen | 1 |
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
- EDTA-Blut (3-5 ml)
NGS +
[Sanger]
Loci
Gen
| Name | Exon-Länge (bp) | OMIM-G | Referenz-Seq. | Erbgang |
|---|---|---|---|---|
| GLA | 1290 | NM_000169.3 | XL |
Infos zur Erkrankung
Morbus Fabry ist eine progrediente, multisystemische lysosomale Speicherkrankheit und gekennzeichnet durch neurologische, kutane, kardiovaskuläre, cochleo-vestibuläre und zerebro-vaskuläre Symptome. Das klinische Bild umfasst ein weites Spektrum, das von leichten Fällen bei heterozygoten Frauen bis zu schweren Verläufen bei klassisch betroffenen hemizygoten Männern ohne Restaktivität der Alpha-Galactosidase A reicht. Diese Patienten können alle charakteristischen neurologischen (Schmerzen), kutanen (Angiokeratom), renalen (Proteinurie, Niereninsuffizienz), kardiovaskulären (Kardiomyopathie, Arrhythmie), kochleo-vestibulären und zerebro-vaskulären (transiente ischämische Attacken, Schlaganfall) Symptome der Krankheit aufweisen. Weibliche Patienten können sehr milde bis schwere Symptome zeigen. Morbus Fabry wird durch Mutationen im GLA-Gen hervorgerufen und wird X-chromosomal vererbt. Die molekulargenetische Diagnostik dient als Bestätigungstest bei biochemisch nachgewiesenem alpha-Galactosidase-Mangel, kann aber auch primär bei klinischem Verdacht auf M. Fabry durchgeführt werden. Bei hemizygoten Anlageträgerinnen im GLA-Gen kann die biochemische Analyse zu falsch negativen Befunden führen, weshalb bei Frauen immer eine genetische Untersuchung zum Ausschluss erfolgen sollte.
Eine kausale Behandlungsoption ist die Enzymersatztherapie (EET) mit rekombinanter Alpha-Galactosidase A (z. B. Agalsidase alfa oder beta), die regelmäßig intravenös verabreicht wird. Die Therapie kann insbesondere bei frühzeitigem Beginn das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und Organschäden, vor allem an Niere und Herz, positiv beeinflussen. Ergänzend kommen supportive Maßnahmen (z. B. Schmerztherapie, nephroprotektive und kardiologische Behandlung) zum Einsatz.
Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1292/
- Alias: Alpha-galactosidase A deficiency
- Alias: Anderson-Fabry disease
- Alias: Angiokeratoma corporis diffusum
- Alias: Diffuse angiokeratoma
- Allelic: Kanzaki disease (NAGA)
- Adult-onset α-galactosidase B deficiency, Schindler disease (NAGA)
- Adult-type β-galactosidase deficiency (GLB1)
- Aspartylglucosaminuria (AGA)
- Fabry disease (GLA)
- Fabry disease, cardiac variant (GLA)
- Fucosidosis (FUCA1)
- Mannosidosis, beta (MANBA)
- Schindler disease, type I (NAGA)
- Schindler disease, type III (NAGA)
- Sialidosis, type I (NEU1)
- Sialidosis, type II (NEU1)
- XL
- Multiple OMIM-Ps
Bioinformatik und klinische Interpretation
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