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Klinische FragestellungMorbus Fabry, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Ein umfassendes differentialdiagnostisches panel mit 4 Leitlinien-kuratierten Genen sowie 3 weiteren kuratierten Genen gemäß des klinischen Verdachts

ID
MP0270
Anzahl Loci
Locus-TypAnzahl
Gen 1
Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
1,3 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Untersuchungsmaterial
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

[Sanger]

 

Loci

Gen

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
GLA1290NM_000169.3XL

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Morbus Fabry ist eine progrediente, multisystemische lysosomale Speicherkrankheit und gekennzeichnet durch neurologische, kutane, kardiovaskuläre, cochleo-vestibuläre und zerebro-vaskuläre Symptome. Das klinische Bild umfasst ein weites Spektrum, das von leichten Fällen bei heterozygoten Frauen bis zu schweren Verläufen bei klassisch betroffenen hemizygoten Männern ohne Restaktivität der Alpha-Galactosidase A reicht. Diese Patienten können alle charakteristischen neurologischen (Schmerzen), kutanen (Angiokeratom), renalen (Proteinurie, Niereninsuffizienz), kardiovaskulären (Kardiomyopathie, Arrhythmie), kochleo-vestibulären und zerebro-vaskulären (transiente ischämische Attacken, Schlaganfall) Symptome der Krankheit aufweisen. Weibliche Patienten können sehr milde bis schwere Symptome zeigen. Morbus Fabry wird durch Mutationen im GLA-Gen hervorgerufen und wird X-chromosomal vererbt. Die molekulargenetische Diagnostik dient als Bestätigungstest bei biochemisch nachgewiesenem alpha-Galactosidase-Mangel, kann aber auch primär bei klinischem Verdacht auf M. Fabry durchgeführt werden. Bei hemizygoten Anlageträgerinnen im GLA-Gen kann die biochemische Analyse zu falsch negativen Befunden führen, weshalb bei Frauen immer eine genetische Untersuchung zum Ausschluss erfolgen sollte.

Eine kausale Behandlungsoption ist die Enzymersatztherapie (EET) mit rekombinanter Alpha-Galactosidase A (z. B. Agalsidase alfa oder beta), die regelmäßig intravenös verabreicht wird. Die Therapie kann insbesondere bei frühzeitigem Beginn das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und Organschäden, vor allem an Niere und Herz, positiv beeinflussen. Ergänzend kommen supportive Maßnahmen (z. B. Schmerztherapie, nephroprotektive und kardiologische Behandlung) zum Einsatz.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1292/

 

Synonyme
  • Alias: Alpha-galactosidase A deficiency
  • Alias: Anderson-Fabry disease
  • Alias: Angiokeratoma corporis diffusum
  • Alias: Diffuse angiokeratoma
  • Allelic: Kanzaki disease (NAGA)
  • Adult-onset α-galactosidase B deficiency, Schindler disease (NAGA)
  • Adult-type β-galactosidase deficiency (GLB1)
  • Aspartylglucosaminuria (AGA)
  • Fabry disease (GLA)
  • Fabry disease, cardiac variant (GLA)
  • Fucosidosis (FUCA1)
  • Mannosidosis, beta (MANBA)
  • Schindler disease, type I (NAGA)
  • Schindler disease, type III (NAGA)
  • Sialidosis, type I (NEU1)
  • Sialidosis, type II (NEU1)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • XL
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

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