Klinische FragestellungHBA1/HBA2-assoziierte Hämoglobinopathien
Zusammenfassung
Zwei Leitlinien-kuratierte Einzelgen-Sequenzanalysen bei klinischem Verdacht auf Thalassämia alpha
| Locus-Typ | Anzahl |
|---|---|
| Gen | 2 |
- (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
- EDTA-Blut (3-5 ml)
NGS +
Sanger
Loci
Infos zur Erkrankung
Hämoglobinopathien zählen zu den häufigsten monogenen hereditären Erkrankungen und werden in Thalassämien und strukturelle Hämoglobinopathien unterteilt. Bei Thalassämien ist die Bildung des normalen Hämoglobins auf Grund einer defekten Synthese einer oder mehrerer Globinketten teilweise oder vollständig gestört. Strukturelle Hämoglobinopathien sind durch Aminosäuresubstitutionen gekennzeichnet, die zu veränderten physikalischen oder chemischen Eigenschaften oder einer beeinträchtigten Funktion des Hämoglobins führen.
Die α-Thalassämie wird überwiegend durch Deletionen eines oder mehrerer der vier α-Globinallele (HBA1 und HBA2) verursacht. Seltener liegen nicht-deletionale Formen aufgrund pathogener Sequenzvarianten in HBA1 oder HBA2 vor. Die klinische Ausprägung hängt insbesondere von der Anzahl der betroffenen α-Globingene sowie von der Art der zugrunde liegenden genetischen Veränderung ab. Die α-Thalassämie minima ist klinisch inapparent. Auch die α-Thalassämie minor wird in der Regel ausschließlich laborchemisch diagnostiziert. Bei Verlust oder Inaktivierung von drei α-Globingenen kann eine HbH-Erkrankung entstehen, deren klinische Ausprägung variabel ist und typischerweise mit einer mikrozytären, hämolytischen Anämie einhergeht. Das Hb Bart’s Hydrops fetalis Syndrom (‒‒/‒‒) stellt die schwerste Ausprägung dar und ist durch eine ausgeprägte intrauterine Anämie, Hepatosplenomegalie sowie kardiovaskuläre und urogenitale Fehlbildungen gekennzeichnet. Formal werden Thalassämien autosomal rezessiv vererbt. Allerdings kann das Erbmuster komplexer erscheinen, da mehrere Gene und regulatorische Faktoren die Hämoglobinsynthese beeinflussen.
Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1435/
- Alias: Alpha Thalassämie
- Alias: Alpha-thalassemia intermedia
- Allelic: Erythrocytosis 7 (HBA1, HBA2)
- Allelic: Heinz body anemia (HBA1, HBA2)
- Allelic: Hemoglobin H disease, deletional + nondeletional, HbH disease (HBA1, HBA2)
- Allelic: Methemoglobinemia, alpha type (HBA1)
- Thalassemia, alpha- (HBA1)
- Thalassemia, alpha- (HBA2)
- AD
- AR
Bioinformatik und klinische Interpretation
Test-Stärken
- DAkkS-akkreditiertes Labor
- EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
- Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
- Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
- Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
- eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
- unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
- unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
- unsere umfassenden klinischen Aussagen
Testeinschränkungen
- Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
- Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
- es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
- die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
- Gen-Konversionen
- komplexe Inversionen
- Balancierte Translokationen
- Mitochondriale Varianten
- Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
- nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
- niedriger Mosaik-Status
- Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
- Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
- Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
- Varianten innerhalb von Pseudogenen
- die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde
Laboranforderung
Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.
Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.
Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.
Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.