Klinische FragestellungGilbert-[Meulengracht-]Syndrom, unkonjugierte Hyperbilirubinämie
Zusammenfassung
Kuratierte ausschließliche Analyse des UGT1A1-Promotor-Repeats A(TA)6-7TAA bei Verdacht auf Gilbert-[Meulengracht-]Syndrom
| Locus-Typ | Anzahl |
|---|---|
| Gen | 1 |
1,7 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
- EDTA-Blut (3-5 ml)
X (UGT1A1-Promotor-Analyse)
Loci
Gen
| Name | Exon-Länge (bp) | OMIM-G | Referenz-Seq. | Erbgang |
|---|---|---|---|---|
| UGT1A1 | 1602 | NM_000463.3 | AR |
Infos zur Erkrankung
Der Morbus Meulengracht (Meulengracht-Syndrom, Gilbert-Meulengracht-Syndrom) führt zur benignen, chronischen, stabilen oder intermittierenden, unkonjugierten Hyperbilirubinämie; es liegt keine strukturelle Lebererkrankung oder Hämolyse vor. Gilbert-Syndrom ist die häufigste Störung des Bilirubin-Stoffwechsels in der Leber und ruft auch oftmals einen Neugeborenen-Ikterus hervor. Die klinischen Symptome sind unspezifisch: Kopfschmerzen, Müdigkeit. Die Ursache dieser genetisch bedingten Disposition ist eine Synthesestörung der Bilirubin-UDP-Glukuronyltransferase auf ca. 30 % der Norm. Der Morbus Meulengracht wird mit unvollständiger Penetranz autosomal-rezessiv vererbt und ist bedingt durch pathogene Varianten des Gens UGT1A1 (Uridyl-Diphosphat-Glycosyltransferase 1). Die häufigste Mutation ist im Promoterbereich des Gens UGT1A1 lokalisiert. Es handelt sich dabei um eine Verlängerung einer Abfolge von sechs TA-Nukleotiden (TA 6) auf sieben TA-Nukleotide (TA 7). In ca. 80 % der Fälle wird diese Verlängerung (TA 7) in homozygoter Form (TA 7/7), d.h. auf beiden Allelen gefunden. Bei ca. 20 % der Betroffenen kann nur auf einem der beiden Allele eine Verlängerung nachgewiesen werden, das zweite Allel trägt i.d.R. eine Punktmutation, die mit der hier durchgeführten Analyse nicht erfasst wird. Bei weiter bestehendem Verdacht ist eine weiterführende Analyse des Gens UGT1A sinnvoll.
Literatur: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK470200/
- Arias syndrome - Crigler-Najjar syndrome 2
- Bilirubin uridinediphosphate glucuronosyltransferase deficiency type 1 [CNS1]/Type 2 [CNS2]
- Bilirubin-UGT deficiency type 1 [Crigler-Najjar syndrome 1]/Type 2 [Crigler-Najjar syndrome 2]
- Crigler-Najjar syndrome, type I (UGT1A1)
- Crigler-Najjar syndrome, type II (UGT1A1)
- Gilbert syndrome (UGT1A1)
- Hereditary unconjugated hyperbilirubinemia type 1 [Crigler-Najjar syndrome 1]/type 2 [CNS2]
- Hyperbilirubinaemia, familial transient neonatal (UGT1A1)
- UGT deficiency type 1 [Crigler-Najjar syndrome 1]/Type 2 [Crigler-Najjar syndrome 2]
- AR
Bioinformatik und klinische Interpretation
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