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Klinische FragestellungGilbert-[Meulengracht-]Syndrom, unkonjugierte Hyperbilirubinämie

Zusammenfassung

Kurzinformation

Kuratierte ausschließliche Analyse des UGT1A1-Promotor-Repeats A(TA)6-7TAA bei Verdacht auf Gilbert-[Meulengracht-]Syndrom

ID
MS5123
Anzahl Loci
Locus-TypAnzahl
Gen 1
Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
0,0 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
1,7 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Untersuchungsmaterial
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

X (UGT1A1-Promotor-Analyse)

 

Loci

Gen

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
UGT1A11602NM_000463.3AR

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Der Morbus Meulengracht (Meulengracht-Syndrom, Gilbert-Meulengracht-Syndrom) führt zur benignen, chronischen, stabilen oder intermittierenden, unkonjugierten Hyperbilirubinämie; es liegt keine strukturelle Lebererkrankung oder Hämolyse vor. Gilbert-Syndrom ist die häufigste Störung des Bilirubin-Stoffwechsels in der Leber und ruft auch oftmals einen Neugeborenen-Ikterus hervor. Die klinischen Symptome sind unspezifisch: Kopfschmerzen, Müdigkeit. Die Ursache dieser genetisch bedingten Disposition ist eine Synthesestörung der Bilirubin-UDP-Glukuronyltransferase auf ca. 30 % der Norm. Der Morbus Meulengracht wird mit unvollständiger Penetranz autosomal-rezessiv vererbt und ist bedingt durch pathogene Varianten des Gens UGT1A1 (Uridyl-Diphosphat-Glycosyltransferase 1). Die häufigste Mutation ist im Promoterbereich des Gens UGT1A1 lokalisiert. Es handelt sich dabei um eine Verlängerung einer Abfolge von sechs TA-Nukleotiden (TA 6) auf sieben TA-Nukleotide (TA 7). In ca. 80 % der Fälle wird diese Verlängerung (TA 7) in homozygoter Form (TA 7/7), d.h. auf beiden Allelen gefunden. Bei ca. 20 % der Betroffenen kann nur auf einem der beiden Allele eine Verlängerung nachgewiesen werden, das zweite Allel trägt i.d.R. eine Punktmutation, die mit der hier durchgeführten Analyse nicht erfasst wird. Bei weiter bestehendem Verdacht ist eine weiterführende Analyse des Gens UGT1A sinnvoll.

Literatur: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK470200/

 

Synonyme
  • Arias syndrome - Crigler-Najjar syndrome 2
  • Bilirubin uridinediphosphate glucuronosyltransferase deficiency type 1 [CNS1]/Type 2 [CNS2]
  • Bilirubin-UGT deficiency type 1 [Crigler-Najjar syndrome 1]/Type 2 [Crigler-Najjar syndrome 2]
  • Crigler-Najjar syndrome, type I (UGT1A1)
  • Crigler-Najjar syndrome, type II (UGT1A1)
  • Gilbert syndrome (UGT1A1)
  • Hereditary unconjugated hyperbilirubinemia type 1 [Crigler-Najjar syndrome 1]/type 2 [CNS2]
  • Hyperbilirubinaemia, familial transient neonatal (UGT1A1)
  • UGT deficiency type 1 [Crigler-Najjar syndrome 1]/Type 2 [Crigler-Najjar syndrome 2]
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AR
OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

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