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Klinische FragestellungAngelman-Syndrom, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für Angelman-Syndrom mit 1 Leitlinien-kuratierten Gen, 9 weiteren "core-candidate"-Genen und insgesamt 20 kuratierten Genen je nach klinischer Verdachtsdiagnose

ID
AP0650
Anzahl Gene
15 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
23,4 kb (Core-/Core-canditate-Gene)
58,3 kb (Erweitertes Panel: inkl. additional genes)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise
  • Stufendiagnostik, 1. PWS/AS MLPA-UPD, dann ggf. Weiteres: UBE3A...
  • 70% maternale Deletion Chromosom 15q11.2-q13

NGS +

[Sanger]

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GReferenz-Seq.Erbgang
CDKL53093NM_003159.3XL
EHMT13897NM_024757.5AD
FOXG11470NM_005249.5AD
MECP21461NM_004992.4XL
MEF2C1422NM_002397.5AD
SLC9A62010NM_006359.3XL
STXBP11812NM_003165.6AD, AR
TCF42016NM_001083962.2AD
UBE3A2559NM_130838.4AD
ZEB23645NM_014795.4AD
ATRX7479NM_000489.6XL
CNTNAP23996NM_014141.6AR
KMT2C14736NM_170606.3AD
NRXN14644NM_001135659.3AR, AD
SYNGAP14032NM_006772.3AD

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Das Angelman-Syndrom (AS; „happy puppet“) ist eine uneinheitliche genetische Störung mit verzögerter Entwicklung (nach 6-12 Monaten), geistiger Behinderung, schwerer Sprachstörung, häufig Ataxie und Epilepsie sowie Mikrozephalie. Betroffene Kinder sind häufig hyperaktiv, lächeln und haben Schlafschwierigkeiten. Erwachsene Patienten weisen intellektuelle Defizite auf mit Sprachstörungen, Krampfanfällen und vergröberten Gesichtszügen. Mangelhafte Expression oder Funktion des mütterlicherseits vererbten UBE3A-Allels verursacht AS in 80% der Fälle durch Deletion, uniparentale Disomie (UPD) oder einen Imprinting-Defekt. Sehr selten haben die Patienten zytogenetische Aberrationen. Mutationen im UBE3A-Gen weisen mindestens 10% der Individuen auf. Bei den restlichen 10 % der Individuen mit AS sind die genetischen Mechanismen nicht bekannt. Mutationen in mehr als einem Dutzend weiterer Gene können sehr ähnliche Krankheitssymptome hervorrufen und müssen bei der Differentialdiagnose berücksichtigt werden. In mehr als 70% der Familien ist das familiäre Wiederholungsrisiko aufgrund einer regionalen Deletion auf Chromosom 15 gering, kann aber in >10% der Fälle mit mütterlichen UBE3A-Mutationen 50% erreichen. Negative zytogenetische und DNA-Ergebnisse schließen die klinische AS-Diagnose nicht aus.

(Core-/Basisdiagnostik-Gene: ###; zusätzliche Gene: ###)

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1144/

 

Synonyme
  • Alias: Happy puppet syndrome (UBE3A)
  • Allelic: Alpha-thalassemia myelodysplasia syndrome, somatic /ATRX)
  • Allelic: Alpha-thalassemia/mental retardation syndrome (ATRX)
  • Allelic: Autism susceptibility, XL 3 (MECP2)
  • Allelic: Chromosome 5q14.3 deletion syndrome (MEF2C)
  • Allelic: Corneal dystrophy, Fuchs endothelial, 3 (TCF4)
  • Allelic: Cortical dysplasia-focal epilepsy syndrome (CNTNAP2)
  • Allelic: Encephalopathy, neonatal severe (MECP2)
  • Allelic: Neural tube defects, susceptibility to (MTHFR)
  • Allelic: Schizophrenia, susceptibility to (MTHFR)
  • Allelic: Skin/hair/eye pigmentation 1, blond/brown hair (HERC2)
  • Allelic: Skin/hair/eye pigmentation 1, blue/nonblue eyes (HERC2)
  • Allelic: Thromboembolism, susceptibility to (MTHFR)
  • Allelic: Vascular disease, susceptibility to (MTHFR)
  • Adenylosuccinase deficiency (ADSL)
  • Angelman syndrome (UBE3A)
  • Angelman/Pitt Hopkins syndrome-like disorder (STXBP1)
  • Desanto-Shinawi syndr.: developm. delay, abnormal behavior, facial dysmorph., ocular abnormal. (WAC)
  • Epileptic encephalopathy, early infantile, 2 (CDKL5)
  • Epileptic encephalopathy, early infantile, 4 (STXBP1)
  • Homocystinuria due to MTHFR deficiency (MTHFR)
  • Kleefstra syndrome 1 (EHMT1)
  • Kleefstra syndrome 2 (KMT2C)
  • Mental retardation, AD 1 (MBD5)
  • Mental retardation, AD 5 (SYNGAP1)
  • Mental retardation, AR 38 (HERC2)
  • Mental retardation, XL syndromic, Christianson type (SLC9A6)
  • Mental retardation, XL syndromic, Lubs type (MECP2)
  • Mental retardation, XL, syndromic 13 (MECP2)
  • Mental retardation, stereotypic movements, epilepsy, and/or cerebral malformations (MEF2C)
  • Mental retardation-hypotonic facies syndrome, XL (ATRX)
  • Mowat-Wilson syndrome (ZEB2)
  • Pitt-Hopkins like syndrome 1 (CNTNAP2)
  • Pitt-Hopkins syndrome (TCF4)
  • Pitt-Hopkins-like syndrome 2 (NRXN1)
  • Rett syndrome (MECP2)
  • Rett syndrome, atypical (MECP2)
  • Rett syndrome, congenital variant (FOXG1)
  • Rett syndrome, preserved speech variant (MECP2)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AR
  • XL
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.