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Unsere KompetenzInterdisziplinäre Diagnostik
Know how bei der Analyse von Erbmaterial.
Zum Wohle von Patientinnen und Patienten.

Molekulargenetik

Die molekulargenetische Diagnostik untersucht Veränderungen im Erbgut auf Ebene einzelner Gene, größerer DNA-Abschnitte oder auch gesamtgenomisch.
Sie dient der Abklärung angeborener genetisch bedingter Erkrankungen / Störungen bei Betroffenen und unterstützt die klinische Diagnosestellung sowie therapeutische Entscheidungen Weiterhin können Anlageträgerschaften bei gesunden Familienangehörigen gezielt überprüft werden. 
Der Schwerpunkt liegt auf der postnatalen molekulargenetischen Diagnostik.
Pränatale Untersuchungen werden ergänzend und indikationsbezogen angeboten. Für Sonderfälle und Angaben, die Sie hier nicht finden, können Sie uns gerne gezielt ansprechen. 

Qualitätsvorgaben

Alle Untersuchungen erfolgen unter Einhaltung:

  • Richtlinie der Bundesärztekammer für Qualitätssicherung Labormedizinischer Untersuchungen.
  • S1-Leitlinie Molekulargenetische Diagnostik mit Hochdurchsatz-Sequenzierverfahren (Massives Paralleles Sequenzieren, MPS) (AWMF-Register Nr. 078/016)
  • Weiterer Leitlinien zur molekulargenetischen Diagnostik (z.B. FMR1-assoziierte Syndrome, Prader-Willi-Syndrom und Angelman-Syndrom, Deletion- und Duplikationssyndrom 22q11.2)
  • S2k-Leitlinie Humangenetische Diagnostik und Genetische Beratung (GfH e.V. / BVDH e.V.)

Die Befundung erfolgt durch wissenschaftlich und fachärztlich qualifiziertes Personal.

Einflussgrößen und Störfaktoren

Indikation

Eine molekulargenetische Untersuchung ist insbesondere sinnvoll bei:

  • Entwicklungsverzögerungen oder geistigen Beeinträchtigungen
  • Angeborenen Fehlbildungen
  • Neurologischen oder neuromuskulären Erkrankungen
  • Seltenen oder unklaren Krankheitsbildern
  • Verdacht auf erbliche Syndrome / Tumorrisikosyndrome
  • Familiärer Häufung bestimmter Erkrankungen
  • Reproduktionsmedizinischen Fragestellungen  

Die Auswahl der Methode erfolgt auf Grundlage der klinischen Fragestellung und der vorliegenden Befunde.

Material und Transportbedingungen

Geeignete Probenmaterialien:

  • EDTA Blut
  • Mundschleimhautabstrich
  • Weitere Materialien nach Rücksprache

Transport:

  • Versand bei Raumtemperatur
  • Schneller Transport empfohlen
  • Einsendung möglichst werktags

Präanalytik:

  • Material nicht einfrieren oder fixieren! Material bitte sicher verpackt und ungekühlt versenden!
  • Bitte beachten: Das Material sollte möglichst ohne Verzögerung im Labor eintreffen.
  • Korrekte Patientenkennung
  • Vollständig ausgefüllter Anforderungsschein
  • Detaillierte klinische Angaben
  • Angaben zu Vorbefunden oder familiärer Fragestellung

Dauer der Untersuchung

Die Befundlaufzeit ist abhängig von der eingesetzten Methode und dem klinischen Bild. 

  • NGS: Die genauen Angaben für NGS-Anlaysen und WES erhalten sie auf Anfrage beim genservice in Zusammenschau mit dem klinischen Bild ihres Patienten oder ihrer Patientin.  
  • Array: ca. 24 Arbeitstage
  • Einzel-Polymorphismen: ca. 5 Arbeitstage
  • NIPT (Fetalis und FetRHD): ca. 4 Arbeitstage

Eilige/therapierelevante Fälle werden priorisiert.

Erbringungsort

Labor Hannover

Diagnostische Verfahren

1. Next Generation Sequencing (NGS) – Analyse von SNVs und CNVs

  • NGS ermöglicht die gleichzeitige Untersuchung vieler Gene. Dabei werden vor allem kleine genetische Veränderungen nachgewiesen.
  • Anwendung: Genpanel-Untersuchungen, umfassende genetische Analysen bei unklarer Symptomatik (Exom-Analysen), gezielte Diagnostik auf bekannte familiäre Varianten

2. SNP-Array-Diagnostik – Nachweis von großen CNVs

  • Mit der SNP-Array Analyse werden größere Verluste oder Zugewinne von DNA-Abschnitten untersucht.
  • Anwendung: gesamtgenomische Analyse, insbesondere bei Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen, Autismus-Spektrum-Störungen

3. Repeatanalysen

  • Repeatanalysen untersuchen die Anzahl bestimmter sich wiederholender DNA-Abschnitte. Veränderungen in diesen Bereichen sind Ursache definierter neurologischer und neuromuskulärer Erkrankungen.
  • Anwendung: z.B. Bewegungsstörungen, Muskelerkrankungen, Neurodegenerative Erkrankungen

Weiterführende Informationen zu NIPT (fetalis und FetRHD) finden sie unter folgenden Links:

Wichtige Hinweise

  • Angabe der klinischen Fragestellung und Patienteneinverständnis nach dem Gendiagostik-Gesetz (GenDG) erforderlich.
  • Bitte Indikation, Eigen- und Familienanamnese (evtl. HPO-Terms) mitteilen (Verdachtsdiagnose, ggf. Vorbefunde/Ultraschallbefunde; Schwangerschaftswoche; ethnische Herkunft)
  • Bitte ggf. Besonderheiten wie erfolgte Stammzelltransplantation oder abweichendes biologisches Geschlecht mitteilen
  • Molekulargenetische Untersuchungen können nicht in jedem Fall eine eindeutige Ursache liefern
  • Ein unauffälliger Befund schließt eine genetische Erkrankung nicht grundsätzlich aus
  • Die Ergebnisse müssen immer im klinischen Kontext bewertet werden
  • Eine genetische Beratung wird bei entsprechenden Fragestellungen empfohlen