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ErkrankungAdipositas, pure; Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für monogen bedingte Adipositas mit 6 bzw. 21 kuratierten Genen je nach klinischer Verdachtsdiagnose

ID
AP0150
Anzahl Gene
15 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
9,1 kb (Core-/Basis-Gene)
36,7 kb (Erweitertes Panel)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

[Sanger]

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GErbgang
LEP504AR
LEPR3498AR
MC3R972Mult und/oder Ass
MC4R999AD und/oder AR
PCSK12262AR
POMC804AD und/oder AR und/oder Mult
BDNF744AD
CEP19492AR
MYT1L3555AD
NTRK22517AD
PHF61098XLR
SEZ6L22523n.k.
SH2B12271AD
SIM12301AD und/oder AR
VPS13B12069AR

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Adipositas ist in der Regel multifaktoriell bedingt. Neben nachteiligen Ernährungsgewohnheiten und zu wenig körperlicher Aktivität, können in seltenen Fällen auch Mutationen in einem der Gene ursächlich sein, die an der Kontrolle von Hunger und Sättigung beteiligt sind. Es handelt sich dann in der Regel um eine früh einsetzende Adipositas (early onset obesity, EOO, BMI im Alter von 5 Jahren um 2 oder mehr Standardabweichungen erhöht). Die häufigsten der einzelnen Genveränderungen betreffen das Leptin-Gen (LEP), was zu einem angeborenen Leptinmangel führt, der sich als intensive Hyperphagie, EOO und schwere Adipositas in Verbindung mit hormonellen und metabolischen Veränderungen äußert. Erbgang autosomal rezessiv, die Penetranz ist bei nur ca. 100 Mutationsträgern nicht bekannt. Bei polygener Vererbung wurde u.a. der Einfluss von MC4R Genmutationen untersucht: Weniger als ein Fünftel der Mutationen zeigten moderate bis hohe Penetranz und erhöhten das Adipositas-Risiko um mehr als das Doppelte. Außer Kalorienreduktion ist bislang keine spezifische Therapie bekannt.

Referenzen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6223752/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7373259/

 

Synonyme
  • Allelic: ACTH-independent macronodular adrenal hyperplasia (GNAS)
  • Allelic: Epileptic encephalopathy, early infantile, 58 (NTRK2)
  • Allelic: McCune-Albright syndrome, somatic, mosaic (GNAS)
  • Allelic: Mental retardation, AD 39 (MYT1L)
  • Allelic: Osseous heteroplasia, progressive (GNAS)
  • Allelic: Pituitary adenoma 3, multiple types, somatic (GNAS)
  • Allelic: Pseudohypoparathyroidism Ia (GNAS)
  • Allelic: Pseudohypoparathyroidism Ib (GNAS)
  • Allelic: Pseudohypoparathyroidism Ic (GNAS)
  • Allelic: Pseudopseudohypoparathyroidism (GNAS)
  • BDV syndrome - Blakemore-Durmaz-Vasileiou syndrome (CPE)
  • Borjeson-Forssman-Lehmann syndrome (PHF6)
  • Cohen syndrome (VPS13B)
  • Congenital obesity [panelapp] (SIM1)
  • Joubert syndrome 1 (INPP5E)
  • Mental retardation, truncal obesity, retinal dystrophy + micropenis (INPP5E)
  • Morbid obesity + spermatogenic failure (CEP19)
  • Obesity [panelapp] (KSR2)
  • Obesity with impaired prohormone processing (PCSK1)
  • Obesity, BMIQ20 (MC4R)
  • Obesity, adrenal insufficiency, red hair due to POMC deficiency (POMC)
  • Obesity, congenital (GNAS)
  • Obesity, early-onset, susceptibility to (POMC)
  • Obesity, hyperphagia + developmental delay (NTRK2)
  • Obesity, mental retardation, AD 39 (MYT1L)
  • Obesity, morbid, due to leptin deficiency (LEP)
  • Obesity, morbid, due to leptin receptor deficiency (LEPR)
  • Obesity, resistance to; BMIQ20 (MC4R)
  • Obesity, severe (SIM1)
  • Obesity, severe, susceptibility to, BMIQ9 (MC3R)
  • Obesity, susceptibility to, BMIQ12 (PCSK1)
  • Obesity, susceptibility to, BMIQ18 (MRAP2)
  • Obesity, susceptibility to, BMIQ4 (UCP2)
  • Severe early-onset obesity-insulin resistance syndrome due to SH2B1 defic. [MONDO:0017994] (SH2B1)
  • Truncal obesity developing in mid-childhood (VPS13B)
  • WAGRO s. [Wilms tumor, Aniridia, Genitourin. anom., ment. Retard., Obes.] (11p13-p12/BDNF deletion)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AD und/oder AR
  • AD und/oder AR und/oder Mult
  • AR
  • Mult und/oder Ass
  • XLR
  • n.k.
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code
E66.8-

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.