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Für Patienten Lungenkrebs
Krebs – viele Erkrankungen unter einem Begriff.

Lungenkrebs

Bösartige Neubildungen der Lunge und der Bronchien stellen die dritthäufigste Todesursache insgesamt dar und verursachten 2017 beinahe ein Fünftel aller Krebstodesfälle in Deutschland. Die meisten Lungenkrebs-Patienten weisen eine lange Raucher-“Karriere“ auf. Bösartige Tumore treten auf, wenn sich im Lebenslauf mehr und mehr Veränderungen (Mutationen) in kritischen Genen anhäufen, da die veränderten Zellen unkontrolliert wachsen. Die z.Z. wichtigste Untersuchung ist die mikroskopische Untersuchung von Gewebe, das aus dem Bronchial-System stammt (nach einer Punktion). Zur weiteren Therapie-Planung sind zusätzlich Untersuchungen des Erbmaterials, das vom Tumor stammt, erforderlich. Hierdurch kann die Wirksamkeit von Medikamenten beurteilt werden. Diese Laboruntersuchung erfolgt an einer Gewebeprobe.

Sollte sich in einigen Fällen der Tumor wider Erwarten doch weiterentwickeln, kann dies heute durch eine Blut-Untersuchung namens „Liquid Biopsy“ früh entdeckt werden. Eine erneute Punktion des Bronchial-Gewebes ist hierfür nicht erforderlich.

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Lungentumor-Zellen zeigen zahlreiche genetische Veränderungen (Mutationen). In seltenen Fällen können die Mutationen aber auch ererbt sein und sind damit dann auch in allen Körperzellen nachweisbar. In diesen Fällen reicht eine von Vater oder Mutter ererbte Anlage aus, um das Risiko für Lungenkrebs zu erhöhen. Andererseits erbt man hierbei nicht den Krebs, sondern zunächst nur das erhöhte Risiko, irgendwann an Krebs zu erkranken. Nicht alle Mutationsträger erkranken. Dennoch sollte bei möglicher familiärer Belastung eine genetische Beratung und ggf. auch DNA-Diagnostik angeboten werden.

Beim häufigen nicht-erblichen Lungenkrebs treten die vielen verschiedenen Gen-Mutationen nur in bestimmten Zellen der Lunge auf. Die meisten hierbei betroffenen Gene treten in Wechselwirkung mit anderen Genen und beeinflussen danach das Wachstum sowie die normale Entwicklung der Zellen und deren eigentlich ja begrenzte Lebensdauer. Hauptsächlich Langzeit-Rauchen, seltener andere (Umwelt-) Faktoren und chronische Lungenleiden stellen weitere Ursachen und Risikofaktoren für die verschiedenen Mutationen beim Lungenkrebs dar. Das Tumorgewebe entwickelt sich aus Einzelzellen allmählich und steht oftmals auch bei manifester Erkrankung nicht zur Diagnose zur Verfügung, weil der Tumor selbst noch klein ist oder für eine Punktion schlecht erreicht werden kann.

Zur Therapieplanung (hier speziell die medikamentöse Behandlung) ist eine molekularpathologische Untersuchung (z.B. des Gens EGFR) unerlässlich. Diese kann einfach an Tumorgewebe durchgeführt und durch Ihren behandelnden Arzt bei uns angefordert werden.