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Für Patienten Bauchspeicheldrüsenkrebs
Krebs – viele Erkrankungen unter einem Begriff.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der Krebs der Bauchspeicheldrüse (medizinisch Pankreas-Karzinom genannt) ist tückisch, weil er zunächst wenig oder keine Beschwerden macht und deshalb in den meisten Fällen zu spät erkannt wird. In 70% der Fälle ist der Pankreaskopf am häufigsten betroffen. Schmerzloser Ikterus (Gelbfärbung der Haut) in Verbindung mit Oberbauch- und Rückenschmerzen, in den Rücken ausstrahlende Schmerzen, Gewichtsverlust oder auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) unklarer Herkunft können ein Hinweis auf einen Bauchspeicheldrüsenkrebs sein.

Bei der ersten Feststellung eines Bauchspeicheldrüsen-Krebs (Primärdiagnose) finden sich bereits in 60% der Fälle Metastasen, die meisten davon in der Leber. Deshalb kann es wichtig sein, die sich anschließende Behandlung (Operation, Chemotherapie) engmaschig zu überwachen, um die Behandlung des Tumors einschätzen zu können.

Mit einer speziellen Laboruntersuchung namens „Liquid Biopsy“ kann überprüft werden, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte, ob sich Tumorzellen abgesiedelt oder neu entwickelt haben. Liquid Biopsy kann dies unmittelbar erkennen. Dazu wird in regelmäßigen Abständen eine Blutprobe entnommen und auf Erbmaterial, das vom Tumor stammt, untersucht.

Bis zu 3% aller Pankreas-Karzinome sind erblich bedingt. Wenn in Ihrer Familie solche Erkrankungen aufgetreten sind, empfehlen wir den Besuch einer genetischen Sprechstunde.

Weitere Informationen

Nach aktuellen Studien beruhen ca. 2-3% aller Pankreaskarzinome auf erblichen Merkmalen. Das Familiäre Pankreaskarzinom-Syndrom (FPC) macht den Großteil (ca. 70%) der vererbten Pankreaskarzinome aus. Hierbei müssen zwei oder mehr erstgradige Verwandte betroffen sein. Andere Tumorsyndrome sollen vorher ausgeschlossen sein. Der bisher am häufigsten identifizierte Gendefekt beim FPC ist eine Mutation in den Erblagen (Keimbahnmutation), nämlich in ca. 6% aller FPC-Familien. Bei über 90% der Pankreaskarzinom-Patienten werden Mutationen in anderen Genen beschrieben.

Es gibt aber auch noch andere Keimbahnmutationen in Genen, die das Risiko zur Entstehung von  verschiedenen Tumoren erhöhen: hierunter kann dann zufällig auch ein Pankreas-Karzinom auftreten.