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GenetischePanel-Diagnostik

ErkrankungWaardenburg Syndrom I-IV

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für Waardenburg Syndrom I-IV mit 7 bzw. zusammen genommen 10 kuratierten Genen gemäß klinischer Verdachtsdiagnose

ID
WP0030
Anzahl Gene
10 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
8,6 kb (Core-/Basis-Gene)
13,5 kb (Erweitertes Panel)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

[Sanger]

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GErbgang
EDN3717AD und/oder AR
EDNRB1329AD und/oder AR und/oder Sus
MITF1260AD und/oder AR und/oder Sus
PAX31440AD und/oder AR und/oder SMu und/oder Gen Fusion
SNAI2807AD und/oder AR
SOX101401AD
TYR1590AD und/oder AR und/oder Dig
GJB2681AD und/oder AR und/oder Dig
KIT2931AD und/oder SMu
SMOC11308AR

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Das Waardenburg-Syndrom umfasst genetisch bedingten Hörverlust und Pigmentierung-Veränderungen in Haar, Haut und Augen. Angeborener Hörverlust kann auf einem oder beiden Ohren auftreten, aber die meisten Patienten hören normal. Es gibt vier verschiedene Arten des Waardenburg-Syndroms: Die Typen I und II haben ähnliche Merkmale - nur Typ I ist verbunden mit Telecanthus. Bei Typ II tritt Hörverlust häufiger auf. Typ III (auch Klein-Waardenburg-Syndrom genannt) umfasst auffällige obere Gliedmaßen mit Hörverlust und Pigmentveränderungen. Bei Typ IV (auch als Waardenburg-Shah-Syndrom bezeichnet) sind Waardenburg-Syndrom und die Hirschsprung-Krankheit kombiniert. Die Symptome variieren sogar unter Familienmitgliedern. Die Typen I/III werden durch PAX3-Mutationen verursacht, Typ II durch MITF- oder SNAI2-Veränderungen, Typ IV durch SOX10-, EDN3- oder EDNRB-Mutationen. Sowohl autosomal-dominante wie auch rezessive Vererbungsmuster sind offensichtlich mit unvollständiger Penetranz und variabler Expressivität. Selten ist Typ IIA auf eine digene Vererbung via MITF- und TYR-Genmutationen zurückzuführen. Sporadische Mutationen treten vor allem beim Typ I auf. Die diagnostische Sensitivität der DNA-Tests ist noch nicht ausreichend untersucht worden. Ein unauffälliger genetischer Befund bedeutet daher keinen sicheren Ausschluss der klinischen Verdachtsdiagnose.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1531/

https://rarediseases.org/rare-diseases/waardenburg-syndrome/

 

Synonyme
  • Alias: Auditory-pigmentary syndrome
  • Allelic: ABCD syndrome (EDNRB)
  • Allelic: Albinism, oculocutaneous, type IA (TYR)
  • Allelic: Albinism, oculocutaneous, type IB (TYR)
  • Allelic: Bart-Pumphrey syndrome (GJB2)
  • Allelic: COMMAD syndrome (MITF)
  • Allelic: Central hypoventilation syndrome, congenital (EDN3)
  • Allelic: Craniofacial-deafness-hand syndrome (PAX3)
  • Allelic: Hirschsprung disease, susceptibility to, 2 (EDNRB)
  • Allelic: Hirschsprung disease, susceptibility to, 4 (EDN3)
  • Allelic: Hystrix-like ichthyosis with deafness (GJB2)
  • Allelic: Mastocytosis, cutaneous (KIT)
  • Allelic: Melanoma, cutaneous malignant, susceptibility to, 8 (MITF)
  • Allelic: Melanoma, cutaneous malignant, susceptibility to, 8 (TYR)
  • Allelic: Microphthalmia with limb anomalies (SMOC1)
  • Allelic: PCWH syndrome (SOX10)
  • Allelic: Piebaldism (KIT, SNAI2)
  • Allelic: Rhabdomyosarcoma 2, alveolar (PAX3)
  • Allelic: Skin/hair/eye pigmentation 3, blue/green eyes (TYR)
  • Allelic: Skin/hair/eye pigmentation 3, light/dark/freckling skin (TYR)
  • Allelic: Tietz albinism-deafness syndrome (MITF)
  • PCWH: Periph. demyel. neuropathy, Central dysmyelination, Waardenburg syndrome, Hirschsprung disease
  • Waardenburg syndrome, type 1 (PAX3)
  • Waardenburg syndrome, type 2A (MITF)
  • Waardenburg syndrome, type 2D (SNAI2)
  • Waardenburg syndrome, type 2E, with/-out neurologic involvement (SOX10)
  • Waardenburg syndrome, type 3 (PAX3)
  • Waardenburg syndrome, type 4A (EDNRB)
  • Waardenburg syndrome, type 4B (EDN3)
  • Waardenburg syndrome, type 4C (SOX10)
  • Waardenburg syndrome/albinism, digenic (TYR)
  • Waardenburg syndrome/ocular albinism, digenic (MITF)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AD und/oder AR
  • AD und/oder AR und/oder Dig
  • AD und/oder AR und/oder SMu und/oder Gen Fusion
  • AD und/oder AR und/oder Sus
  • AD und/oder SMu
  • AR
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code
Q87.-

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.