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GenetischePanel-Diagnostik

ErkrankungCHARGE-Syndrom, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Eine Leitlinien-kuratierte Gensequenzanalyse sowie weitere 22 kuratierte differentialdiagnostische Genanalysen bei klinischem Verdacht auf CHARGE-Syndrom

ID
CP0250
Anzahl Gene
23 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
9,0 kb (Core-/Basis-Gene)
79,8 kb (Erweitertes Panel)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise

NGS +

[Sanger]

 

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GErbgang
CHD78994AD
BMP41227AD
EFTUD22919AD
EYA11779AD
FGFR12469AD und/oder Dig
GLI24761AD
GLI34743AD
JAG13657AD und/oder AR
KDM6A4206XLD
KMT2D16614AD und/oder SMu und/oder Sus
MYCN1395AD
NOTCH27416AD und/oder SMu
OTX2870AD
PAX21254AD
POLR1C1041AR
POLR1D402AD und/oder AR
SEMA3E2328AD
SIX1855AD
SIX52220AD
SOX2954AD
TBX221563XL
TCOF14467AD
ZEB23645AD

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Das vollständig ausgeprägte CHARGE Syndrom umfasst Kolobom, Herzfehler, Atresia choanae, verzögertes Wachstum, Genital- und Ohranomalien. Das Muster der Fehlbildungen variiert bei den betroffenen Individuen, und die vielfältigen gesundheitlichen Probleme können im Säuglingsalter lebensbedrohlich sein. Die meisten CHARGE-Patienten zeigen Kolobome, manchmal zusammen mit Mikrophthalmie. Oft sind eine oder beide Choanen blockiert, und die Hirnnervenfunktion ist gestört mit Schluckstörungen, Gesichtslähmungen, Hyposmie/Anosmie, leichter bis hochgradiger Schwerhörigkeit auch aufgrund von Mittel- und Innenohranomalien. Die Ohrmuscheln können ungewöhnlich geformt sein. Weitere Merkmale sind Herzfehler, langsames Wachstum im späten Säuglingsalter, verzögerte Entwicklung der motorischen Fähigkeiten, Lippen- und/oder Gaumenspalten, hypogonadotroper Hypogonadismus und tracheoösophageale Fisteln. Die meisten Menschen mit CHARGE-Syndrom haben auch auffällige Gesichtszüge einschließlich Gesichtsasymmetrie. Die Betroffenen zeigen eine große Bandbreite an kognitiven Funktionen, von normaler Intelligenz bis hin zu schweren Lernstörungen mit fehlender Sprache sowie erschwerter Kommunikation. Zu den weniger häufigen Merkmalen gehören Nierenanomalien, Probleme des Immunsystems, Skoliose/Kyphose und Deformationen der Gliedmaßen. Die Vererbung ist autosomal dominant, wobei viele Patienten Spontanmutationen aufweisen. Bei strikter Anwendung der diagnostischen Kriterien zeigen 90% der Betroffenen pathogene CHD7 Mutationen, wenngleich von klinischer Seite ein CHARGE Syndrom oft lediglich ausgeschlossen werden soll, sodass die molekulargenetische Ausbeute dann eher 35% beträgt: 98% DNA-Sequenzvariationen stehen nur 2% Duplikationen/Deletionen gegenüber. Atypische Phänotypen erschweren zusätzlich definitive Aussagen zur molekulargenetischen Ausbeute.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1117/

 

Synonyme
  • DD syndromes: Kallmann s., Kabuki s., VACTERL, Renal coloboma s., Cat-eye s., Joubert s., BOR s.
  • Sympt.: Coloboma, Heart anomaly, choanal Atresia, Retardation, Genital + Ear anomalies, CHARGE
  • Alias: CHARGE association
  • Alias: Hall-Hittner syndrome
  • Allelic: Anterior segment anomalies with/-out cataract (EYA1)
  • Allelic: Deafness, AD 23 (SIX1)
  • Allelic: Encephalocraniocutaneous lipomatosis, somatic mosaic (FGFR1)
  • Allelic: Glomerulosclerosis, focal segmental, 7 (PAX2)
  • Allelic: Hajdu-Cheney syndrome (NO`TCH2)
  • Allelic: Holoprosencephaly 9 (GLI2)
  • Allelic: Leukodystrophy, hypomyelinating, 11 (POLR1C)
  • Allelic: Microphthalmia, syndromic 5 (OTX2)
  • Allelic: Osteoglophonic dysplasia (FGFR1)
  • Allelic: Polydactyly, postaxial, types A1 + B (GLI3)
  • Allelic: Polydactyly, preaxial, type IV (GLI3)
  • Allelic:Trigonocephaly (FGFR1)
  • Abruzzo-Erickson [CHARGE-like, XL] syndrome (TBX22)
  • Alagille syndrome 1 (JAG1)
  • Alagille syndrome 2 (NOTCH2)
  • Branchiootic syndrome 1 (EYA1)
  • Branchiootic syndrome 3 (SIX1)
  • Branchiootorenal syndrome 1, with/-out cataracts (EYA1)
  • Branchiootorenal syndrome 2 (SIX5)
  • Cleft palate with ankyloglossia (TBX22)
  • Culler-Jones syndrome [Hypopituitarism, growth hormone deficiency, +/- postaxial polydactyly] (GLI2)
  • Deafness, congenital heart defects + posterior embryotoxon (JAG1)
  • Feingold syndr. 1 [microceph., limb malform., esophagus + duodenal atresia, learn disab./MR] (MYCN)
  • Greig cephalopolysyndactyly syndrome (GLI3)
  • Hartsfield syndrome [holoprosencephaly, ectrodactyly, cleft/lip palate] (FGFR1)
  • Hypogonadotropic hypogonadism 2 with/-out anosmia (FGFR1)
  • Hypogonadotropic hypogonadism 5 with/-out anosmia (CHD7)
  • Jackson-Weiss syndrome (FGFR1)
  • Kabuki syndrome 1 (KMT2D)
  • Kabuki syndrome 2 (KDM6A)
  • Leukoencephalopathy with dystonia + motor neuropathy (SEMA3E)
  • Mandibulofacial dysostosis, Guion-Almeida type (EFTUD2)
  • Microphthalmia, syndromic 3 (SOX2)
  • Microphthalmia, syndromic 6 (BMP4)
  • Mowat-Wilson syndrome [complex developmental disorder] (ZEB2)
  • Optic nerve hypoplasia + abnormalities of the central nervous system (SOX2)
  • Orofacial cleft 11 (BMP4)
  • Otofaciocervical syndrome (EYA1)
  • Pallister-Hall s. [Hypothal. hamart., pituit. dysfunct, cent. polydactyly, visc. malform.] (GLI3)
  • Papillorenal syndrome (PAX2)
  • Pfeiffer syndrome (FGFR1)
  • Pituitary hormone deficiency, combined, 6 (OTX2)
  • Retinal dystrophy, early-onset, with/-out pituitary dysfunction (OTX2)
  • Tetralogy of Fallot (JAG1)
  • Treacher Collins syndrome 1 (TCOF1)
  • Treacher Collins syndrome 2 (POLR1D)
  • Treacher Collins syndrome 3 (POLR1C)
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AD und/oder AR
  • AD und/oder Dig
  • AD und/oder SMu
  • AD und/oder SMu und/oder Sus
  • AR
  • XL
  • XLD
OMIM-Ps
ICD10 Code
Q87.8

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.