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GenetischePanel-Diagnostik

ErkrankungBeckwith-Wiedemann-Syndrom, Differentialdiagnose

Zusammenfassung

Kurzinformation

Umfassendes differentialdiagnostisches panel für Beckwith-Wiedemann Syndrom mit 8 Leitlinien-kuratierten bzw. insgesamt 13 kuratierten Genen gemäß klinischer Verdachtsdiagnose

ID
BP1320
Anzahl Gene
13 Akkreditierte Untersuchung
Untersuchte Sequenzlänge
24,5 kb (Core-/Basis-Gene)
26,3 kb (Erweitertes Panel)
Analyse-Dauer
auf Anfrage
Material
  • EDTA-Blut (3-5 ml)
Diagnostische Hinweise
  1. Methylierungsanalyse
  2. NGS + [Sanger] Panel zur DD: z.B. Costello, Malan, Perlman, PTEN-hamartoma, Simpson-Golabi-Behmel, Sotos, Weaver Syndrome

Genpanel

Ausgewählte Gene

NameExon-Länge (bp)OMIM-GErbgang
CDKN1C951AD und/oder Sus
DIS3L22658AR und/oder Sus
EZH22256AD und/oder SMu
GPC31743XLR und/oder SMu und/oder Sus
GPC41671XLR und/oder Sus
HRAS570AD und/oder SMu und/oder Sus
IGF2543AD
NFIX1533AD
NSD18091AD und/oder SMu
PIK3CA3207AD und/oder SMu und/oder Sus
PTEN1212AD und/oder SMu und/oder Sus
HMGA2330AD und/oder Gen Fusion
PLAG11503Gen Fusion

Infos zur Erkrankung

Klinischer Kommentar

Das Beckwith-Wiedemann-Syndrom (BWS) betrifft viele Teile des Körpers, z.B. mit (asymmetrischer) Makrosomie. Das Wachstum verlangsamt sich ab einem Alter von etwa 8 Jahren, Erwachsene mit BWS sind nicht ungewöhnlich groß. Auch Hemihyperplasien werden in der Regel mit der Zeit weniger auffällig. Einige Kinder mit BWS werden mit einer Omphalozele oder Nabelhernie geboren. Weitere Symptome sind Makroglossie, Viszeromegalie, Falten oder Grübchen in der Haut in der Nähe der Ohren, Hypoglykämie im Säuglingsalter und Nierenanomalien. Kinder mit BWS haben ein erhöhtes Risiko, einen Wilms-Tumor und ein Hepatoblastom zu entwickeln, das in etwa 10% der Fälle auftritt. Die meisten Kinder und Erwachsenen mit BWS haben jedoch keine ernsthaften medizinischen Probleme, ihre Lebenserwartung ist in der Regel normal.

Die genetischen BWS-Ursachen sind komplex und beruhen in der Regel auf einer Fehlregulierung von Genen in einer Region von Chromosom 11 aufgrund von gestörtem genomischem Imprinting (via Methylierung). Mindestens die Hälfte der BWS-Fälle ist auf Veränderungen in der differenziellen Methylierung zurückzuführen. Imprinting-Zentren kontrollieren die Methylierung mehrerer Gene, die am normalen Wachstum beteiligt sind, darunter CDKN1C, H19, IGF2 und KCNQ1OT1. Etwa 20% der BWS-Fälle sind auf eine väterliche uniparentale Disomie zurückzuführen, bei der zwei aktive Kopien der väterlicherseits vererbten Gene vorhanden sind, anstatt einer aktiven Kopie vom Vater und einer inaktiven Kopie von der Mutter. Der genetische Fehler tritt früh in der Embryonalentwicklung auf und führt zu somatischem Mosaizismus. Seltener wird BWS durch Mutationen im CDKN1C-Gen verursacht. Etwa 1% aller Menschen mit BWS haben eine Translokation, Duplikation oder Deletion im Chromosom 11. In ca. 85% der Fälle wird nur bei einer Person in einer Familie BWS diagnostiziert. Weitere 10-15 % der Menschen mit BWS gehören zu Familien mit mehr als einem betroffenen Mitglied. In den meisten dieser Familien scheint die Krankheit autosomal dominant vererbt zu werden, zumeist von ihren Müttern, gelegentlich ist die Penetranz reduziert. In seltenen Fällen resultiert BWS aus Veränderungen in der Struktur von Chromosom 11; einige dieser Chromosomenanomalien können vererbt werden. In bis zu 20% der BWS-Patienten kann die genetische Ursache derzeit nicht geklärt werden, sodass negative molekuargenetische und zytogenetische Ergebnisse die klinische Diagnose nicht ausschließen.

Referenz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1394/

 

Synonyme
  • Alias: BWS = Exomphalos-macroglossia-gigantism syndrome
  • Allelic: Leukemia, acute myeloid (NSD1)
  • Beckwith-Wiedemann syndrome (IGF2)
  • Beckwith-Wiedemann syndrome (NSD1)
  • Beckwith-Wiedemann syndrome; IMAGE syndrome (CDKN1C)
  • Chromosome 11p15.5-related Russell-Silver syndrome (IGF2)
  • Costello syndrome; Schimmelpenning-Feuerstein-Mims s., somatic mosaic; Hemimegalencephaly (HRAS)
  • Human overgrowth syndrome type (PIK3CA)
  • Keipert syndrome (GPC4)
  • Marshall-Smith syndrome; Sotos syndrome 2 (NFIX)
  • Overgrowth with Intellectual disability (PTEN)
  • Overgrowth with intellectual disability (PIK3CA)
  • Perlman syndrome (DIS3L2)
  • Simpson-Golabi-Behmel syndrome type 1 (GPC3)
  • Sotos syndrome 1 (NSD1)
  • Weaver syndrome; Weaver syndrome 2 (EZH2)
  • Wiedemann-Beckwith syndrome
Erbgänge, Vererbungsmuster etc.
  • AD
  • AD und/oder Gen Fusion
  • AD und/oder SMu
  • AD und/oder SMu und/oder Sus
  • AD und/oder Sus
  • AR und/oder Sus
  • Gen Fusion
  • XLR und/oder SMu und/oder Sus
  • XLR und/oder Sus
OMIM-Ps
  • Multiple OMIM-Ps
ICD10 Code
Q87.3

Bioinformatik und klinische Interpretation

Test-Stärken

  • DAkkS-akkreditiertes Labor
  • EU-Richtlinie für IVD in Umsetzung
  • Qualitäts-kontrolliert arbeitendes Personal
  • Leistungsstarke Sequenzierungstechnologien, fortschrittliche Target-Anreicherungsmethoden und Präzisions-Bioinformatik-Pipelines sorgen für überragende analytische Leistung
  • Sorgfältige Kuratierung klinisch relevanter und wissenschaftlich begründeter Gen-Panels
  • eine Vielzahl nicht Protein-kodierender Varianten, die in unseren klinischen NGS-Tests mit erfasst werden
  • unser strenges Variantenklassifizierungsschema nach ACMG-Kriterien
  • unser systematischer klinischer Interpretations-Workflow mit proprietärer Software ermöglicht die genaue und nachvollziehbare Verarbeitung von NGS-Daten
  • unsere umfassenden klinischen Aussagen

Testeinschränkungen

  • Gene mit eingeschränkter Abdeckung werden gekennzeichnet
  • Gene mit kompletten oder partiellen Duplikationen werden gekennzeichnet
  • es wird angenommen, dass ein Gen suboptimal abgedeckt ist, wenn >90% der Nukleotide des Gens bei einem Mapping-Qualitätsfaktor von >20 (MQ>20) nicht abgedeckt sind
  • die Sensitivität der Diagnostik zur Erkennung von Varianten mit genannten Testeinschränkungen ist möglicherweise begrenzt bei:
  • Gen-Konversionen
  • komplexe Inversionen
  • Balancierte Translokationen
  • Mitochondriale Varianten
  • Repeat-Expansionen, sofern nicht anders dokumentiert
  • nicht kodierende Varianten, die Krankheiten verursachen, die von diesem Panel nicht mit abgedeckt werden
  • niedriger Mosaik-Status
  • Repeat-Blöcke von Mononukleotiden
  • Indels >50bp (Insertionen-Deletionen)
  • Deletionen oder Duplikationen einzelner Exons
  • Varianten innerhalb von Pseudogenen
  • die analytische Sensitivität kann geringer ausfallen werden, wenn die DNA nicht von amedes genetics extrahiert wurde

Laboranforderung

  • Die in grün gezeigten Gene sind kuratiert und werden als Gen-Panel untersucht. Eine Erweiterung des Panels (blau gezeigte Gene, jeweils ebenfalls kuratiert) kann auf Anfrage erfolgen. Sofern unter "Erweitertes Panel" ein Minuszeichen angezeigt wird, sind nur Core-/Basis-Gene verfügbar.

  • Für die Anforderung einer genetischen Untersuchung senden Sie uns bitte die Krankheits-ID auf einem Überweisungsschein. Bitte die Material-Angabe beachten.

  • Für privat versicherte Patienten empfehlen wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenversicherung.

  • Die Untersuchung wird auch für Selbstzahler angeboten.