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FisH

Fluoreszenz in situ Hybridisierung

Klinisch-genetische Grundlagen:
Die Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH) stellt eine ergänzende Methode zur klassischen Chromosomenanalyse dar. Sie ist ein molekularzytogenetisches Verfahren, bei dem definierte Chromosomen bzw. Chromosomenabschnitte mittels Fluoreszenzfarbstoff-markierter DNA-Sonden im Lichtmikroskop dargestellt werden und wird bei speziellen Fragestellungen angewandt (siehe Indikationen).
Die Auflösung bei der Markierung ganzer Chromosomen (chromosome-painting) beträgt etwa 5-10 Mb. Das chromosome painting wird ausschließlich an Metaphasechromosomen durchgeführt.
Mittels centromerspezifischer oder locusspezifischer Sonden lassen sich die Centromere (Alpha-Satelliten-DNA) oder einzelne Genloci sowohl qualitativ (an Metaphasen) als auch quantitativ (an Metaphasen und/oder Interphasen) nachweisen.

Indikationen:
Ausschluß eines gonosomalen Mosaiks
Ausschluß eines autosomalen Mosaiks
Abklärung einer Chromosomenstrukturaberration
Subtelomer-Screening bei V.a. sehr kleine endständige Chromosomenstrukturveränderung
V.a. Harnblasencarcinom bzw. Verlaufskontrolle

Material- und Transportbedingungen:
-  Chromosomenpräparate von kultivierten Zellen (Blut, Fruchtwasser, Chorionzotten, Abortgewebe)
-  Fixierte Mundschleimhautabstriche
-  Fixierte Blutausstriche
-  Fixierte und hypoton behandelte native Zellen (Fruchtwasserzellen, Urinsediment, isolierte Leukocyten, Liquor)
-  Entparaffinierte Gewebeschnitte (4-5 µm)
Aufbewahrung jeweils bei Raumtemperatur möglich

Diagnostisches Verfahren:
Die Markierung der spezifischen Zielregionen erfolgt durch Trennung der doppelsträngigen DNA mittels Hitzedenaturierung und Anlagerung komplementärer DNA-Sonden (=Hybridisierung). Unspezifische Bindungen werden durch den anschließenden Waschvorgang wieder gelöst.

Im Fluoreszenzmikroskop können die Hybridisierungssignale bei Anwendung spezieller Filterkombinationen sichtbar gemacht werden. Als Zielregionen können ganze Chromosomen (Painting-Sonden), Centromerregionen (centromerspezifische Sonden), definierte Chromosomenabschnitte (locusspezifische Sonden) oder auch die Chromosomenenden (subtelomer-spezifische Sonden) markiert werden. Die Auswahl der Sonden hängt von der Fragestellung ab.