Triple- / Double-Test

Jede werdende Mutter hat ein Risiko, ein Kind mit einer Chromosomenstörung zu bekommen. Mit dem zunehmenden Alter der Mutter erhöht sich dieses Risiko. Die häufigste und bekannteste Chromosomenstörung ist das Down-Syndrom, früher auch "Mongolismus" genannt.
Verschlussstörungen des Neuralrohres wie der sog. "offene Rücken" und Hirnanlagestörungen treten auf 1000 Geburten einmal auf.

Der Hauptanlass, eine vorgeburtliche Diagnostik durchzuführen, besteht nach wie vor erst mit erhöhtem mütterlichen Alter (>34 Jahre). Über dieses Vorgehen können aber nur maximal 50% aller Schwangerschaften mit einem Down-Syndrom erkannt werden. Um speziell diesen jüngeren Frauen eine Hilfestellung zur Verfügung zu stellen, wurde der Double- und der Triple-Test entwickelt.
Der Triple-Test ist ein Suchtest auf Down-Syndrom ("Mongolismus") und offenen Rücken (Spina bifida) sowie bestimmte andere chromosomale Störungen. Hierbei werden 2 bzw. 3 Eiweißstoffe (AFP, hCG, ggf. freies Östriol) im mütterlichen Blut gemessen, mit der entsprechenden "Normalkonzentration" in der entsprechenden Schwangerschaftswoche verglichen und unter Einbeziehung des mütterlichen Entbindungsalters zu einer Risikozahl für das Auftreten bestimmter Chromosomenstörungen und des "offenen Rückens" verrechnet.


Zeitpunkt zur Durchführung des Double-/Triple-Tests

Der Test kann ab der 15. Schwangerschaftswoche (14 abgeschlossene Wochen + 1 Tag) durchgeführt werden. Hierzu ist die Entnahme von etwa 5-10 ml Blut aus der Armvene notwendig. Das Schwangerschaftsalter sollte vom Arzt in Form ultrasonographischer Maße mitgeteilt werden (BIP aus dem zweiten Trimester oder CRL aus dem ersten Trimester). Das Ergebnis des Triple-Tests liegt innerhalb weniger Tage dem Frauenarzt vor.

Was bedeutet das Ergebnis des Tests?

Der Test findet Risikogruppen heraus, in denen das Risiko einer 35jährigen Schwangeren überschritten wird. Durch den Test kann die eigentliche Diagnose nicht gestellt werden, aber 70% aller Down-Syndrom-Schwangerschaften können hierdurch statistisch als Risikogruppe definiert werden. Ein auffälliges Test Ergebnis bedeutet also nicht, daß hier eine Schwangerschaft mit einer Chromosomenveränderung vorliegt, sondern lediglich, daß diese einer Risikogruppe angehört: Bei den meisten Frauen in dieser Risikogruppe ist kein chromosomal auffälliges Kind zu erwarten. Es sollten aber hier gezielt weitere Untersuchungen erfolgen.
Voraussetzungen für die richtige Durchführung des Tests sind große Erfahrung und eine qualitativ hochstehende Analytik (Qualität).
Ein solcher Suchtest sollte generell nur von speziellen Labors durchgeführt werden. Dieses Vorgehen erspart in sehr vielen Fällen eine äußerst beunruhigende Situation. Auch muß die Schwangerschaftswoche exakt bestimmt werden (abgeschlossene Schwangerschaftswochen + Tage). Kleine Ungenauigkeiten hierbei können schon zu falschen Ergebnissen führen.


Was tun bei einem erhöhten Risiko?

Ist das ermittelte Risiko erhöht, sollte nach Rücksprache mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen eine genetische Beratungsstelle aufgesucht werden, um hier die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens zu besprechen.
Grundsätzlich zeigen sich zwei Möglichkeiten auf:
1. Eine spezielle Ultraschalluntersuchung, bei der nach Fehlbildungszeichen gesucht wird.
2. Die Fruchtwasseruntersuchung, durch die ein exaktes Ergebnis ermittelt werden kann. Um die Wartezeit hierbei zu verkürzen, kann in vielen Fällen auch ein Pränataler Schnelltest durchgeführt werden, bei dem das Ergebnis schon nach 1-2 Tagen vorliegt.