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Pränatale FISH Diagnostik

mittels Fluoreszenz in situ Hybridisierung

Pränatale  Diagnostik (FisH)[B]


Klinisch-genetische Grundlagen:
Aneuploidie-Diagnostik in der Interphase:
Eine begrenzte Zahl numerischer Chromosomenanomalien kann heute mit großer Zuverlässigkeit an Interphasezellen (z.B. unkultivierten Amnion- bzw.Chorionzellen) mit Hilfe der Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FisH) innerhalb kürzester Zeit ausgeschlossen werden. Im Folgenden sollen Nutzen und Limitationen des Verfahrens kurz zusammengefasst werden.

Indikation:
Schnelle selektive Aneuploidiediagnostik zusätzlich zur konventionellen Chromosomenuntersuchung, wenn ein rascher Ausschluss der gängigsten numerischen Chromosomenanomalien angezeigt ist, z.B.: nach auffälligem Befund im Serumscreening, bei spätem Untersuchungszeitpunkt, nach auffälligem Ultraschallbefund (Einschränkungen s.u.)

Material und Transportbedingungen:
Erforderlich ist eine klare Fruchtwasserprobe von mindestens 10 ml. Bei deutlich kleinerer Fruchtwassermenge wird nach Rücksprache mit dem zuweisenden Arzt über die Durchführung des pränatalen Schnelltests entschieden. Bei Frühamniozentesen wird ein Schnelltest nicht empfohlen, da die Zellzahl in der Regel niedrig ist.

Dauer der Untersuchung: 24-48 Stunden (je nach Probeneingang)

Diagnostisches Verfahren:

Bei der FisH-Technik werden chromosomenspezifische, fluoreszenzmarkierte DNA-Sonden benutzt, die auch in Interphasezellen an spezifische Chromosomenregionen binden. Die Auszählung der je nach Sonde und verwendetem Fluorochrom verschiedenfarbigen Signale erlaubt es, die Kopienzahl der untersuchten Chromosomen im Präparat unter dem Fluoreszenzmikroskop zu bestimmen. Zur Zeit werden in der Routineanwendung Sonden für die Chromosomen 13, 18, 21, X und Y verwendet. Andere Chromosomen können bei bestimmten Fragestellungen untersucht werden. Die Hybridisierung erfolgt an unkultivierten Zellen, so dass ein Ergebnis in kurzer Zeit vorliegen kann. Bei der Auswertung werden die Signale für jedes der untersuchten Chromosomen an mindestens 30 Zellen ausgewertet. Zwei Fluoreszenzsignale findet man bei normaler Kopienzahl des entsprechenden Chromosoms im Zellkern. Drei Signale einer Sonde in einem hohen Anteil aller untersuchten Zellen sprechen mit großer Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie des betreffenden Chromosoms. Grenzen des Verfahrens: Der pränatale Schnelltest ersetzt eine konventionelle Chromosomenuntersuchung nicht. Entscheidungen, die den Schwangerschaftsverlauf irreversibel beeinflussen, sollten nicht allein aufgrund einer vorläufigen Diagnose nach Interphase-FISH getroffen werden. Eine Aussage zur Struktur der untersuchten Chromosomen ist nicht möglich. Numerische Anomalien der nicht untersuchten Chromosomen sind nicht ausgeschlossen. Untersuchungserfolg und diagnostische Sicherheit hängen stark vom Untersuchungsmaterial ab. Eine Kontamination der Fruchtwasserprobe mit mütterlichem Blut kann das Ergebnis verfälschen, so dass in dieser Situation bei weiblichem Karyotyp der Schnelltest nur begrenzt aussagekräftig ist. Vorteil der Methode: Bei adäquatem Untersuchungsmaterial ist eine rasche Diagnostik ausgewählter numerischer Chromosomenanomalien (beispielsweise Trisomie 21) möglich. Die Entdeckungsrate numerischer Anomalien der untersuchten Chromosomen ist mit den Sonden neuer Generation sehr hoch. Das allgemeine Restrisiko für unerkannte Chromosomenaberrationen nach Durchführung des pränatalen Schnelltests wird nach einer aktuellen Studie auf etwa 0,6% geschätzt, wenn eine familiäre Chromosomenaberration ausgeschlossen ist. Dieses Restrisiko variiert indikationsspezifisch in der Gruppe der Schwangerschaften mit reinem Altersrisiko (0,5%), mit erhöhtem Risiko für ein Down-Syndrom nach Serumscreening (1,6%) und nach auffälligem Ultraschallbefund (2,3%).