DPD

Dihydropyrimidin-Dehydrogenase Gen Mutation

DPD-Gen-Mutationen [a]


OMIM-Nummer: 612779


Klinisch-genetische Grundlagen:
Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD oder DPYD) ist das Umsatz-limitierende Enzym in dem Katabolismus von Uracil und Thymin; zudem ist es das wichtigste Enzym bei dem Abbau des chemotherapeutischen Medikamentes 5-fluorouracil (5-FU). 3-5% der Normalbevölkerung tragen als Erbanlage ein verändertes DPD-Gen. Hierdurch kann der Medikamentenspiegelbei der Behandlung mit 5-Fluorourazil (5-FU) beeinflusst werden: erhöhte 5-FU-Spiegel wirken kardiotoxisch und führen daneben zu Schleimhautentzündungen (z.B. Stomatitis) oder neurologischen Störungen. Die häufigste Mutation führt zu einem Verlust (DNA-Deletion) des Exons 14 des DPD-Gens („exon 14 skipping“); dabei ist das Signal für die normale Prozessierung der mRNA im Bereich des Exons 14 mutiert (IVS14+1 G→A, Mutation der 5´-splicing Konsensus-Sequenz in dem Intron 14).

Häufigkeit: die Häufigkeit von homozygot Betroffenen wird auf 1:1000 geschätzt

Erbgang: autosomal-rezessiv

Indikation: 5-Fluorouracil Unverträglichkeit bei Krebspatienten

Material und Transportbedingungen:
EDTA-Blut oder Mundschleimhautabstriche bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung: 2-3 Tage nach Probeneingang

Diagnostisches Verfahren:
DNA-Extraktion aus EDTA-Blut oder Mundschleimhautabstrichen Amplifikation des relevanten Genabschnittes mittels PCR.
Mutationspezifische Spaltung der PCR-Produkte mittels Restriktions-Endonukleasen.