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Cumarin-Sensitivität

VKORC1

Cumarin-Sensitivität (VKORC1) [b]


OMIM-Nummer 608547

Klinisch-genetische Grundlagen:
Cumarinderivate (z.B. Phenoprocoumon (Marcumar), Warfarin und Acenocoumarol) werden seit 1950 weltweit als orale Antikoagulanzien zur Prophylaxe und Therapie venöser und arterieller thromboembolischer Erkrankungen eingesetzt. Das Fenster, in dem diese Substanzen therapeutisch wirksam sind, ist eng und erfordert eine Zeit-intensive und eng überwachte Dosiseinstellung für jeden einzelnen Patienten. Die individuell notwendige Dosis der Cumarin-Derivate ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie z.B. Alter, Geschlecht und die Enzymaktivität von dem Vitamin-K Epoxid Reduktase 1-Enzym (VKORC1).
Das VKORC1-Enzym ist molekularer Zielort für die Cumarine. Es recycelt das bei der y-Carboxylierung von Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren kontinuierlich entstehende Vitamin-K-Epoxid zu Vitamin-K-Hydrochinon, welches wiederum für die Carboxylierung weiterer Gerinnungsfaktoren zur Verfügung steht. Der Haplotyp VKORC1-C1173TT / VKORC1-G-1639AA führt zu einer um 30-50% verringerten Expression des VKORC1-Gens. Die Folge ist eine erhöhte Sensitivität gegenüber Cumarin-Derivaten und damit verbunden bei Gabe einer Standarddosis das Risiko einer Überantikoagulation.

Häufigkeit:
Ca. 18% der Patienten mit unerwünschten Warfarin-Wirkungen (Resistenz) zeigen eine VKORC1-Variablität.

Erbgang: autosomal-dominant mit variabler Expressivität

Indikation:
Untersuchung der Polymorphismen VKORC1-C1173T und VKORC1-G-1939A der Vitamin-K-Epoxid-Reduktase zur Abschätzung des Risikos einer Über- bzw. Unterantikoagulation bei Gabe von Cumarin-Derivaten

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung: 1-2 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Nachweis der Polymorphismen VKORC1-C1173T und VKORC1-G-1939A mittels Amplifikation und Sequenzierung der entsprechenden DNA-Bereiche