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Neonataler Diabetes mellitus

Permanenter neonataler Diabetes mellitus

Permanenter neonataler Diabetes mellitus

Gen: KCNJ11, INS, ABCC8, GCK

Locus: Chromosom 11p15.1 (KCNJ11), Chromosom 11p15.5 (INS), Chromosom 11p15.1 (ABCC8), Chromosom
7p15-p13 (GCK)

OMIM-Nummer: 606176

Klinisch-genetische Grundlagen:
Dem permanenten neonatalen Diabetes mellitus können homozygote Mutationen im GCK-Gen, heterozygote Mutationen im KCNJ11- und INS-Gen oder hetero- oder homozygote Mutationen im ABCC8-Gen zu Grunde liegen. Die Erkankung kann damit sowohl einem autosomal-rezessivem als auch einem autosomal-dominantem Erbgang folgen. Die betroffenen Kinder entwickeln meist in den ersten drei Lebensmonaten eine insulinpflichtige Hyperglycämie. In einigen Fällen kann der Erkrankungsbeginn auch noch nach dem 6. Lebensmonat liegen. Das Geburtsgewicht ist in der Regel gering. Unter Insulintherapie zeigen die Kinder jedoch ein Aufholwachstum. Einige Kinder entwickeln neurologische Auffälligkeiten wie eine Entwicklungsverzögerung, eine muskuläre Hypotonie oder Epilepsie.
Am häufigsten werden Mutationen im KCNJ11-Gen nachgewiesen (30%). Mutationen im ABCC8 oder INS-Gen weisen jeweils 20% der Kinder mit permanentem neonatalem Diabetes mellitus auf. Mutationen im GCK-Gen sind mit etwa 4% deutlich seltener.

 

Häufigkeit:
Variabel

Erbgang:
Autosomal-rezessiv, autosomal-dominant

Indikation:
Persistierende Hyperglycämie (Plasmaglucose >150-200 mg/dl) bei Kindern unter 6 Monaten
Untersuchung von Geschwistern oder von Nachkommen Betroffener

Pränatale Diagnostik:
Möglich; Probe bitte vorher ankündigen

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
4-5 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Mutationsnachweis durch DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-Reaktion
Deletionsanalyse mittels MLPA