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MODY

Maturity Onset Diabetes of the Young Typ 1, 2, 3, 4, 5, 6, 10 (MODY)

Maturity Onset Diabetes of the Young Typ 1, 2, 3, 4, 5, 6, 10
(MODY)

Gen: HNF4A (MODY Typ 1); GCK (MODY Typ 2); TCF1 (MODY Typ 3); PDX1 (MODY Typ 4); HNF1B (MODY Typ 5); NEUROD1 (MODY Typ 6); INS (MODY Typ 10)

Locus: Chromosom 20q12-q13.1 (HNF4A); Chromosom 7p15-p13 (GCK); Chromosom 12q24.2 (TCF1); Chromosom 13q12.2 (PDX1); Chromosom 17q12 (HNF1B); Chromosom 2q32 (NEUROD1); Chromosom 11p15.5 (INS)

OMIM-Nummer: MODY Typ 1: 125850; MODY Typ 2: 125851; MODY Typ 3: 600496; MODY Typ 4: 606392; MODY Typ 5: 137920; MODY Typ 6: 606394; MODY Typ 10: 613370

Klinisch-genetische Grundlagen:
Der MODY-Diabetes ist eine monogen erbliche Form des Diabetes mellitus mit Erkrankungsbeginn im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Er wird oft als Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 fehldiagnostiziert. Etwa 2% der Diabetes-Patienten haben einen MODY-Diabetes. Im Gegensatz zum Typ1-Diabetes ist der Erkrankungsbeginn meist schleichend, es sind keine diabetesspezifischen Autoantikörper  nachweisbar und es besteht keine Neigung zu Ketoazidosen. Unter Glukosebelastung  kommt es meist zu einem Insulinanstieg im Plasma und der therapeutische Insulinbedarf  ist gering. Im Gegensatz zum Typ2-Diabetes liegt in der Regel keine Adipositas vor. Der MODY-Diabetes folgt einem autosomal-dominanten Erbgang, in der Regel finden sich also Betroffene in allen Generationen. Ausnahmen können bei subklinischen Verlaufsformen oder bei Neumutation bestehen. Derzeit sind mehr als 10 MODY-Typen beschrieben, die alle auf Defekten in unterschiedlichen Genen beruhen. Am häufigsten ist das HNF1A-Gen betroffen (MODY Typ 3), gefolgt von den Genen GCK (Glucokinase, MODY Typ 2) und HNF4A (MODY Typ 1) . Die übrigen Formen sind selten. Alle Gendefekte resultieren in einer Störung der ß-Zellfunktion. Die verschiedenen MODY-Typen unterscheiden sich in der Ausprägung der Hyperglycämie, der Prognose und der optimalen Therapie. Einige Patienten können nach Kenntnis des zugrunde liegenden Gendefekts von Insulin auf ein orales Antidiabetikum umgestellt werden. Der Mutations-nachweis bei einem Patienten kann auch von Bedeutung für weitere Familienmitglieder sein.
Eine Entscheidungshilfe, bei welchem Patienten eine genetische Testung auf MODY sinnvoll ist und welche Gene untersucht werden sollten, möchte der unten stehende Leitfaden geben.

 

Häufigkeit:
Variabel

Erbgang:
Autosomal-dominant

Indikation:
Diabetes mellitus, auch fortbestehender Diabetes mellitus nach Gestationsdiabetes, mit einigen der folgenden Besonderheiten:
- Diabetesspezifische Antikörper negativ (ICA, GADA, IA2A u.a.)
- Familienanamnese auffällig (z.B. Diabetes mellitus bei einem Eltern- und Großelternteil)
- Erkrankungsbeginn vor dem 25. Lj.
- Niedriger Insulinbedarf nach dem ersten Erkrankungsjahr (≤ 0,5 Einheiten/kg KG/d)
- Normales Körpergewicht

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
4-5 Wochen für MODY Typ 1, 2, 3 und 5
4-5 Wochen jeweils für MODY Typ 4, 6 und 10

Diagnostisches Verfahren:
Mutationsnachweis durch DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-Reaktion
Deletionsanalyse mittels MLPA