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Hypophysenhormon-Defizienz, kombinierte Typ 2

Kombinierte Hypophysenhormon-Defizienz 2 (CPHD2)

Kombinierte Hypophysenhormon-Defizienz 2 (CPHD2)

Gen: PROP1

Locus: Chromosom 5q35.3

OMIM-Nummer: 262600

Klinisch-genetische Grundlagen:
Die kombinierte Hypophysenhormon-Defizienz (CPHD) tritt mit einer Häufigkeit von etwa 1:8000 Geburten auf. Bisher sind sechs verschiedene erbliche Formen der Erkankung bekannt (CPHD1 bis CPHD6). Die kombinierte Hypohysenhormon-Defizienz 2 (CPHD2) beruht auf Mutationen innerhalb des PROP1-Gens und wird autosomal-rezessiv vererbt. In diesem Zusammenhang sind sowohl Punktmutationen als auch große Deletionen als Ursache der Erkrankung bekannt.
Charakteristisch ist ein Mangel an Wachstumshormon, TSH, PRL, LH und FSH sowie ACTH. Letzterer manifestiert sich häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die klinische Ausprägung der Erkrankung ist selbst bei identischer Mutation sehr variabel. Eine Manifestation bei Neugeborenen ist selten. Wachstumsretardierung und Gedeihstörungen treten bei den Patienten in der Regel in der Kindheit als erste Manifestationsformen der Erkrankung auf. Einige Patienten weisen in der Kindheit oder Jugend eine Vergrößerung des Hypophysenvorderlappens auf, die sich später spontan zurückbildet und meist nicht therapiebedürftig ist.
Das Ziel der molekulargenetischen Diagnostik ist eine frühzeitige Bestätigung der klinischen Verdachtsdiagnose unter Berücksichtigung der speziellen Form der Erkrankung. Dies ermöglicht ein frühzeitiges Screening sowie die effiziente Behandlung durch eine adäquate Hormonersatztherapie zur Sicherstellung der normalen Entwicklung sowie bei Kinderwunsch.

 

Häufigkeit:
1:8000

Erbgang:
Autosomal-rezessiv

Indikation:
niedrige Serum-Spiegel von Wachstumshormon, Prolaktin, TSH, LH, FSH und ggf. ACTH
Wachstumsretardierung / Kleinwuchs
Hypothyreose, sekundär
Hypogonadismus, sekundär (bei Frauen und Männern)
Nebennierenrindeninsuffizienz, sekundär
Familienuntersuchung

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
6-8 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Mutationsnachweis mittels DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-Reaktion sowie Deletionsanalyse
mittels Multiplexligationsassay (MLPA)