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Hypochrondroplasie

Hypochondroplasie (HCH)

Gen: FGFR3

Locus: Chromosom 4p16.3

OMIM-Nummer: 146000

Klinisch-genetische Grundlagen:
Die Hypochondroplasie ist eine autosomal-dominant vererbte Form des Kleinwuchses. Sie stellt nach der thanatophoren Dysplasie und der Achondroplasie die mildeste Form des klinischen Spektrums der Osteochondrodysplasien dar.
Die Erkrankung wird durch Mutationen innerhalb des FGFR3-Gens (fibroblast growth factor receptor 3) verursacht. Dabei handelt es sich am häufigsten um Punktmutationen in Exon 7, 11 und 13 des Gens, die zu einer Störung der Knorpelbildung führen, wobei die Epiphysenfuge verfrüht verknöchert.
In den meisten Fällen wird die Mutation Asn540Lys in Exon 11 nachgewiesen, die in einem Austausch der Aminosäure Asparagin gegen Lysin an der Position 540 resultiert. Insgesamt werden nach Angaben in der Literatur etwa 70 % der Patienten mit klinischem Verdacht auf eine Hypochondroplasie Mutationen innerhalb des FGFR3-Gens nachgewiesen. Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die sehr heterogene klinische Ausprägung der Erkrankung und anderer Formen eines leichten Kleinwuchses bei schwieriger klinischer und radiologischer Diagnostik zurückzuführen. Daher kommt der molekulargenetischen Differenzialdiagnostik in diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu. Die Erkrankung ist sehr häufig auf Neumutationen zurückzuführen (ca. 80 %).
Die Hypochondroplasie fällt in der Regel erst nach dem Säuglingsalter im Verlauf der ersten Lebensjahre durch Kleinwuchs sowie eine leichte Verschiebung der Körperproportionen auf. Dabei sind die Extremitäten verkürzt und der Kopf erscheint im Verhältnis zum Körper relativ groß. Der radiologische Befund zeigt die Einengung des Spinalkanals. Häufig entwickeln die betroffenen Kinder auch eine Hyperlordose der Lendenwirbelsäule. Erwachsene Patienten erreichen eine durchschnittliche Körpergröße von etwa 130 - 145 cm.

 

Häufigkeit:
1:3.000

Erbgang:
Autosomal-dominant

Indikation:
V.a. Hypochondroplasie bei leichtem, dysproportioniertem, kurzgliedrigem Kleinwuchs mit verkürzten Röhrenknochen
Radiologische Hinweise auf knöchern bedingten Kleinwuchs, Röntgen-LWS: nach kaudal zunehmende Spinalstenose

Pränatale Diagnostik:
Möglich; Probe bitte vorher ankündigen

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur;
für pränatale Diagnostik Fruchtwasser oder Chorionzottenbiopsat

Dauer der Untersuchung:
2-3 Wochen (Standarddiagnostik)
7-10 Tage (pränatale Diagnostik)

Diagnostisches Verfahren:
Polymerase-Ketten-Reaktion, Sequenzierung der Exons 2, 4, 6, 7, 8, 11 und 13; Detektionsrate etwa 70%

Selbsthilfegruppen:
Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V. (http://www.bkmf.de/)
Bundesselbsthilfeverband kleinwüchsiger Menschen e.V. (http://www.kleinwuchs.de/)