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Hyperlipidämie Typ B

(familiärer Apolipoprotein B-Defekt)

Hyperlipidämie Typ B (familiärer Apolipoprotein B-Defekt)

Gen: APOB

Locus: Chromosom 2p24

OMIM-Nummer: 144010

Klinisch-genetische Grundlagen:
Das Apolipoprotein B (ApoB) ist als ein Bestandteil der Low-density-Lipoprotein (LDL)-Partikel für deren Bindung an den LDL-Rezeptor verantwortlich und hat somit eine besondere Bedeutung für den Lipidstoffwechsel. Störungen des Lipidstoffwechsels werden in diesem Bereich durch eine Mutation des APOB-Gens verursacht, die eine schlechtere Bindung der LDL-Partikel an den LDL-Rezeptor induziert.
Innerhalb des APOB-Gens wird bisher überwiegend eine funktionelle Mutation für diese Störung des Lipidstoffwechsels verantwortlich gemacht. Dabei handelt es sich um eine Basensubstitution (G -> A) in Exon 26, die in Position 3500 einen Austausch der Aminosäure Arginin gegen Glutamin zur Folge hat. Darüber hinaus wurde an der Position 3531 eine weitere Mutation beschrieben, die ebenfalls mit einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel assoziiert ist. In diesem Fall führt eine Basensubstitution (C -> T) zu einem Austausch der Aminosäure Arginin gegen Cystein.
Die Symptome, die aus diesen Mutationen resultieren, ähneln denen der familiären Hypercholesterinämie und führen zu einer Hyperlipidämie. Die familiäre Hypercholesterinämie Typ IIa ist medikamentös anders zu behandeln als der APOB-Gendefekt, da für ApoB-Patienten Hemmer der HMG-CoA-Reduktase nur von geringem Nutzen sind. Etwa 2-5 % der Patienten mit Symptomen einer familiären Hypercholesterinämie weisen die Mutation des APOB-Gens auf. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung die Patienten mit familiären Störungen des Lipidstoffwechsels sowie den zugrunde liegenden Gendefekt zu identifizieren, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten.
In der allgemeinen Bevölkerung wird die Häufigkeit der APOB-Mutation in Position 3500 auf 1 : 500, in der Schweiz sogar mit 1 : 210, geschätzt. Damit stellt dieser Gendefekt die am häufigsten verbreitete Einzelbasenmutation dar, die mit einem erhöhten familiären Risiko für Hyperlipidämien und kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert ist.

 

Häufigkeit:
1:500

Erbgang:
Autosomal-dominant

Indikation:
Differentialdiagnose bei erhöhtem LDL-Cholesterinspiegel
Hyperlipidämie unklarer Ursache
familiäre Hyperlipidämie

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
1-2 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Mutationsnachweis durch DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-

Selbsthilfegruppen:
Lipid-Liga e.V. (http://www.lipid-liga.de/cms/)