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Hyperinsulinämische Hypoglykämie

Hyperinsulinämische Hypoglykämie (HHF, Nesidioblastose, Persistierende kindliche Hyperinsulinämische Hypoglykämie)

Hyperinsulinämische Hypoglykämie (HHF, Nesidioblastose, Persistierende kindliche Hyperinsulinämische Hypoglykämie)

Gen: ABCC8 (HHF-1), KCNJ11(HHF-2), GCK (HHF-3)

Locus: Chromosom 11p15.1 (ABCC8 und KCNJ11), 7p15-13 (GCK)

OMIM-Nummer: HHF-1: 256450; HHF-2: 601820; HHF-3: 602485

Klinisch-genetische Grundlagen:
Die Hypoglykämie der familiären Hyperinsulinämischen Hypoglykämie (HHF) kann unterschiedliche Schweregrade annehmen. Die Ausprägung des Krankheitsbildes variiert zwischen schwersten Hypoglykämien im Neugeborenenalter, schwer einstellbaren Hypoglykämien bei Kindern und milden kindlichen Hypoglykämien, die schwer diagnostizierbar sind. Bei Neugeborenen können die Symptome unspezifisch sein, z.B. Krampfanfälle, Hypotonie, Fütterungsschwierigkeiten und Apnoen. Während in schweren Fällen die Diagnosestellung bei extrem niedrigen Blutglukosespiegeln leicht fällt, ist die in milden Fällen bei milden und phasenweisen Hypoglykämien schwieriger. Der Ausprägungsgrad der Erkrankung kann auch intrafamiliär variieren. Die autosomal-rezessive HHF mit Mutation im ABCC8- oder KCNJ11-Gen geht oft mit erhöhtem Geburtsgewicht einher und wird bereits durch schwere Hypoglykämien in den ersten 48 Lebensstunden manifest. Die Hypoglykämie der betroffenen Kinder ist oft nur schwer einstellbar, in einigen Fällen wird die Resektion des Pankreas notwendig. Die autosomal-dominanten Formen werden in der Regel um das erste Lebensjahr manifest und sprechen auf diätetische und medikamentöse Maßnahmen an. Betroffen ist oft das GCK-Gen. Aber auch hier sind schwere Formen möglich.

 

Häufigkeit:
1-9:100.000

Erbgang:
Autosomal-rezessiv, autosomal-dominant

Indikation:
Neonatale und kindliche Hypoglykämien bei Hyperinsulinämie

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
4-5 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Mutationsnachweis durch DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-Reaktion

Die Diagnostik erfolgt als Stufendiagnostik:

Stufe 1: ABCC8-Gen (Mutationsnachweis bei 45% der Betroffenen)
Stufe 2: KCNJ11-Gen (Mutationsnachweis bei 5% der Betroffenen)
Stufe 3: GCK-Gen (Mutationsnachweis bei <1% der Betroffenen)