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Costello-Syndrom

Costello-Syndrom

Gen: HRAS

Locus: Chromosom 11p15.5

OMIM-Nummer: 218040

Klinisch-genetische Grundlagen:
Das Costello-Syndrom gehört zusammen mit dem CFC-Syndrom und dem LEOPARD-Syndrom zu der Gruppe der Noonan-Syndrom-ähnlichen Krankheitsbilder. Die Vererbung erfolgt autosomal-dominant, in der Regel bei Neumutation. Keimzellmosaike sind jedoch in Einzelfällen beschrieben. Ursächlich sind Mutationen im HRAS-Gen. Bei über 80% der Patienten mit Costello-Syndrom wird die Mutation p.Gly12Ser nachgewiesen, daneben sind zahlreiche weitere Mutationen beschrieben.
Bereits während der Schwangerschaft können bei Kindern mit Costello-Syndrom Auffälligkeiten bestehen. Sehr häufig findet sich ein Polyhydramnion und eine erhöhte Nackentransparenz. Daneben können kurze Humeri und Femora, eine Ulnardeviation und eine fetale Tachykardie auffallen. Betroffene Kinder haben ein eher hohes Geburtsgewicht, zeigen dann jedoch oft eine Trinkschwäche und Gedeihstörung. Hypoglycämien treten häufig auf. In der Kindheit können schwere Essstörungen mit Untergewicht bestehen. Die Kinder zeigen oft eine Hypotonie und eine Entwicklungsverzögerung. Einschränkungen der Intelligenz liegen fast immer vor, sind jedoch von Patient zu Patient sehr variabel. Herzfehler sind häufig, insbesondere die Pulmonalstenose. Eine Hypertrophe Kardiomyopathie entwickeln etwas mehr als die Hälfte der betroffenen Kinder. Fast alle Betroffenen sind kleinwüchsig. Haut- und Zahnauffälligkeiten sind häufig. An fazialen Besonderheiten fallen eine prominente Stirn, eine flache Nasenwurzel, ein Epikanthus und ein breiter Mund mit prominenten Lippen auf. Patienten mit Costello-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für solide Tumoren. Bis zum Alter von 20 Jahren erkranken etwa 15% an Krebs. Häufig sind Rhabdomyosarkome, daneben können auch Neuroblastome, Blasentumore und andere Tumore auftreten. Das individuelle Tumorrisiko hängt unter anderem auch wesentlich von der zugrunde liegenden Mutation ab.
Die medizinische Betreuung von Patienten mit Costello-Syndrom sollte insbesondere regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Hinblick auf die Kardiomyopathie und Tumore (z.B. Ultraschall Abdomen und Becken) umfassen. Eine kausale Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung.

 

Häufigkeit:
Keine Angaben

Erbgang:
Autosomal-dominant

Indikation:
Verdacht auf Costello-Syndrom, z.B. bei Kindern mit:
- Entwicklungsverzögerung und milder bis moderater mentaler Retardierung
- schweren Fütterungs- und Essstörungen und Untergewicht
- fazialen Auffälligkeiten
- Herzfehlern oder Hypertropher Kardiomyopathie
- Tumoren, insbesondere Rhabdomyosarkomen

Pränatale Diagnostik:
Auf Anfrage

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
3-4 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Polymerasekettenreaktion mit anschließender Sequenzierung der kodierenden Bereiche und der angrenzenden konservierten Spleißsequenzen des HRAS-Gens (Exons 2-5).

Literatur:
Pagon RA et al. (2012) Costello Syndrome. Gene Reviews