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CFC-Syndrom

Kardio-Fazio-Kutanes-Syndrom

Kardio-Fazio-Kutanes-Syndrom
(CFC-Syndrom)

Gen: BRAF, KRAS, MAP2K1 (MEK1), MAP2K2 (MEK2)

Locus: Chromosom 7q34 (BRAF), Chromosom 12p12.1 (KRAS), Chromosom 15q22.31 (MAP2K1),
Chromosom 19p13.3 (MAP2K2)

OMIM-Nummer: 115150

Klinisch-genetische Grundlagen:
Das Kardio-Fazio-Kutane-Syndrom (CFC-Syndrom) gehört zusammen mit dem Costello-Syndrom und dem LEOPARD-Syndrom zu der Gruppe der Noonan-Syndrom-ähnlichen Krankheitsbilder. Zwischen den vier Krankheitsbildern gibt es zum Teil fließende Übergänge, sodass klinisch nicht immer eine differenzierte Zuordnung möglich ist.
In der Schwangerschaft kann bei von einem CFC-Syndrom betroffenem Feten ein Polyhydramnion auftreten. Die Kinder zeigen bei in der Regel unauffälligen Geburtsmaßen postnatal eine Gedeihstörung (oft bei Trinkschwäche) und eine muskuläre Hypotonie. Später zeigt sich in den meisten Fällen (ca. 80%) eine allgemeine Entwicklungsverzögerung und mentale Retardierung. Die kognitiven Einschränkungen können sehr variabel sein und fallen im Kindesalter oft stärker auf als im Erwachsenenalter. Knapp 80% der betroffenen Kinder entwickeln einen Minderwuchs mit verzögertem Knochenalter. Bei betroffenen Kindern bestehen faziale Auffälligkeiten, die mit zunehmendem Alter unspezifischer werden. Das Aussehen der Kinder kann dem von Kindern mit Noonan-Syndrom ähnlich sein. Typisch sind eine relative Makrozephalie, prominenter Stirn bei eingefallenen Schläfen, schräg nach außen-unten abfallende Lidspalten, Ptosis, kurze Nase mit breiter Nasenwurzel, kleines Kinn und tief gefurchtes Philtrum mit amorbogenförmiger Oberlippe. Die Ohren sind oft nicht so auffällig wie bei Kindern mit Noonan-Syndrom. Oft fehlen die Augenbrauen und das Kopfhaar ist schütter, lockig und brüchig. Fast alle Patienten mit CFC-Syndrom zeigen eine Hyperkeratose, insbesondere der Arme, Beine und des Gesichts. Etwa ¾ der Patienten mit CFC-Syndrom haben einen Herzfehler (Pulmonalstenose, Vorhofseptumdefekt, Hypertrophe Kardiomyopathie). Insbesondere die Hypertrophe Kardiomyopathie kann in schweren Fällen die Lebenserwartung einschränken und findet sich bei etwa 30% der CFC-Betroffenen. Sehschwierigkeiten können bei einigen Patienten aufgrund Ptosis, Strabismus, Nystagmus oder Kurzsichtigkeit bestehen. Bei Patienten mit CFC-Syndrom ergab sich im Gegenteil zum Noonan-Syndrom kein Hinweis auf eine erhöhte Blutungsneigung und im Gegensatz zum Costello-Syndrom kein Hinweis auf eine erhöhte Tumorneigung.
Das CFC-Syndrom folgt einem autosomal-dominanten Erbgang, wobei praktisch alle Fälle auf Neumutationen beruhen. Bei etwa 75% der Betroffenen finden sich Mutationen im BRAF-Gen. Etwa 25% tragen entweder eine Mutation im MAP2K1 (MEK1) oder MAP2K2 (MEK2)-Gen. Mutationen im KRAS-Gen sind mit 2-3% selten. In der Regel handelt es sich um missense-Mutationen mit gain-of-function-Effekt.

 

Häufigkeit:
Keine Angaben

Erbgang:
Keine Angaben

Indikation:
Verdacht auf CFC-Syndrom, z.B. bei Kindern mit:
- Zustand nach Gedeihstörung bei unauffälligen Geburtsmaßen
- mentaler Retardierung
- Herzfehler oder Hypertropher Kardiomyopathie
- fazialen Auffälligkeiten mit vergröberten Gesichtszügen, Ptosis, kleiner Nase mit knolliger Nasenspitze und flacher Nasenwurzel und breitem, tief gefurchtem Philtrum mit amorbogenförmiger Oberlippe
- Hyperkeratosen, fehlenden Augenbrauen und spärlichem, lockigem Haar

Pränatale Diagnostik:
Auf Anfrage

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
6-8 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Polymerasekettenreaktion mit anschließender Sequenzierung der kodierenden Bereiche und der angrenzenden konservierten Spleißsequenzen der Gene
BRAF (Mutationsnachweis bei etwa 75% der Patienten mit CFC-Syndrom)
MAP2K1 und MAP2K2 (Mutationsnachweis bei etwa 25% der Patienten mit CFC-Syndrom)
KRAS (Mutationsnachweis bei etwa 2-3% der Patienten mit CFC-Syndrom)

Literatur:
A. Roberts et al. (2006) The cardiofaciocutaneos syndrome. J Med Genet ; 43 :833-842