Sie sind hier: Startseite / Genetik / Leistungsverzeichnis-gesamt / Aortenaneurysma, familiäres

Aortenaneurysma, familiäres

Familiäres thorakales Aortenaneurysma (isoliert)

Gen: ACTA2

Locus: Chromosom 10q23.31

OMIM-Nummer: 611788

Klinisch-genetische Grundlagen:
Als Aortenaneurysma wird eine Aussackung (Aneurysma) der Hauptschlagader (Aorta) bezeichnet. Aortenaneurysmen können entweder abdominal (im Bauch) oder thorakal (im Brustkorb) lokalisiert sein. Das thorakale Aortenaneurysma kann isoliert oder im Rahmen einer syndromalen Erkrankung (z.B. Marfan Syndrom) vorliegen. Die isolierten Aortenaneurysmen bleiben zunächst häufig symptomfrei und fallen in der Regel als Zufallsbefund oder nach Dissektion auf. Die Dissektionswahrscheinlichkeit eines thorakalen Aortenaneurysmas hängt von dessen Durchmesser ab. Liegt dieser bei einem Erwachsenen bei über 50-55 mm, ist die Wahrscheinlickeit einer Dissektion so hoch, dass eine operative Korrektur indiziert ist. Die frühzeitige Diagnose ist deshalb von entscheidender Bedeutung. Liegt ein thorakales Aortenaneurysma familiär vor, kann in ca. 15% der Fälle eine Mutation im ACTA2-Gen nachgewiesen werden. Die Vererbung der Mutation folgt dann einem autosomal dominanten Muster. Daher haben Kinder eines Betroffenen - unabhängig von ihrem Geschlecht - ein Risiko von 50%, ebenfalls zu erkranken. Eine genetische Untersuchung hat den Vorteil, dass bei Mutationsträgern vorgesorgt werden kann, indem sie häufiger auf das Vorliegen eines Aneurysmas untersucht werden. Liegt dagegen bei einem nicht-betroffenen Familienmitglied die familiäre Mutation nicht vor, besteht kein erhöhtes Risiko für ein thorakales Aortenaneurysma und Vorsorgeuntersuchungen können entfallen.

 

Häufigkeit:
Keine Angaben

Erbgang:
Autosomal-dominant

Indikation:
Familiäres Aortenaneurysma mit oder ohne Dissektion, Detektionsrate ca. 15%

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
6-8 Wochen (Standarddiagnostik)

Diagnostisches Verfahren:
Polymerase-Kettenreaktion mit anschließender Sequenzierung der kodierenden Abschnitte des ACTA2-Gens (Exons inklusive angrenzender Intronsequenzen); Detektionsrate ca. 15% bei familiärem nicht-syndromalem Aortenaneurysma

Literatur:
Guo DC, Pannu H, Tran-Fadulu V et al.; Mutations in smooth muscle alpha-actin (ACTA2) lead to thoracic aortic aneurysms and dissections. Nat Genet. 2007 Dec;39(12):1488-93.
Morisaki H, Akutsu K, Ogino H et al.; Mutation of ACTA2 gene as an important cause of familial and nonfamilial nonsyndromatic thoracic aortic aneurysm and/or dissection (TAAD). Hum Mutat. 2009 Oct;30(10):1406-11.