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Wachstumshormoninsensitivität mit Immundefizienz

(Laron-like Syndrom)

Wachstumshormoninsensitivität mit Immundefizienz
(Laron-like Syndrom)

Gen: STAT5B

Locus: Chromosom 17q21.2

OMIM-Nummer: 245590

Klinisch-genetische Grundlagen:
Das Laron like-Syndrom ist selten. Betroffene zeigen wie bei dem Laron-Syndrom einen schweren Minderwuchs, der sich erst nach der Geburt entwickelt. Fast alle Patienten weisen jedoch im Gegensatz zum Laron-Syndrom einen Immundefekt mit gehäuften bronchialen Infekten und Pneumonien auf. Eine pulmonale Fibrose kann sich entwickeln. Eine Neigung zu autoimmunologischen Erkrankungen scheint zu bestehen. Schwere Hautekzeme sind beschrieben. Das Wachstumshormon (GH) ist im Serum normal oder erhöht. IGF-1 und IGFBP-3 sind niedrig. Die T-Lymphozyten sind in der Regel niedrig. Viele Patienten weisen eine Hyperprolaktinämie auf. Milde faziale Dysmorphien können bestehen (prominente Stirn, flacher Nasenrücken, spärliches Haar). Zu Grunde liegt ein Defekt im STAT5B-Gen. STAT5b spielt eine entscheidende Rolle bei der Signaltransduktion von Wachstumshormon (GH) am Wachstumshormonrezeptor (GHR). Die Erkrankung folgt einem autosomal-rezessivem Erbgang, Betroffene haben also auf jedem der beiden STAT5B-Allele eine Mutation. Im Gegensatz zu anderen Formen der Wachstumshormoninsensitivität hat die Haploinsuffizienz (nur eines der beiden Allel defekt) keinen wesentlichen Einfluss auf das Längenwachstum. Patienten mit Laron like-Syndrom zeigen ein schlechtes Ansprechen auf die therapeutische Gabe von Wachstumshormonen.
Neben Defekten im STAT5B-Gen kann eine Wachstumshormonresistenz auch durch Defekte in den Genen GHR, IGF1, PTPN11 und ALS verursacht werden. Nicht-genetische Ursachen können Mangelernährung, Lebererkrankungen, Typ 1 Diabetes und chronisch entzündliche Erkrankungen sein.

 

Häufigkeit:
Keine Angaben

Erbgang:
Autosomal-rezessiv

Indikation:
Proportionierter Kleinwuchs mit normaler Körperlänge bei Geburt und Immundefekt. Auffällige Laborwerte: GH erhöht oder normal, IGF-1 und IGFBP-3 niedrig, IGF-1 generation test mit aubleibendem oder schwachem Anstieg von IGF-1 und IGFBP-3.

Pränatale Diagnostik:
Auf Anfrage

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
4-6 Wochen

Diagnostisches Verfahren:
Polymerase-Ketten-Reaktion, DNA-Sequenzierung STAT5B-Gen (Exon 2-19 incl. angrenzender Intronsequenzen); Untersuchung auf größere genomische Aberrationen (Duplikationen oder Deletionen) im STAT5B-Gen mittels der Multiplex Ligation Dependent Probe Amplification (MLPA)-Methode