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Thanatophore Dysplasie

Thanatophore Dysplasie
(TD)

Gen: FGFR3

Locus: Chromosom 4p16.3

OMIM-Nummer: 187600

Klinisch-genetische Grundlagen:
Die Thanatophore Dysplasie ist eine autosomal-dominant vererbte perinatal letale Form der Skelettdysplasie. Man unterscheidet die Thanatophore Dysplasie Typ 1 (TD1), bei der eine ausgeprägte Mikromelie mit gebogenen Femora vorliegt und die Thanatophore Dysplasie Typ 2 (TD2) für die kurze, aber grade Femora sowie ein Kleeblattschädel typisch sind. In beiden Formen finden sich daneben kurze Rippen, ein enger Thorax sowie eine Makrozephalie. Diese Veränderungen lassen sich in der Regel ab der 20. SSW gut ultrasonographisch darstellen. Eine Verkürzung der Femora kann bereits im ersten Trimester einen Hinweis geben. Auf Grund der Enge des Thorax kommt es in der Regel in den ersten Lebensstunden zu einer respiratorischen Insuffizienz, die auch intensivmedizinisch oft nicht zu beheben ist, so dass die Kinder sehr früh versterben. Auch Totgeburten sind hier häufig. Seltene Fälle langzeitüberlebender Kinder sind beschrieben.
Ein Babygramm ist für die Diagnosestellung oft richtungsweisend.
Die Erkrankung wird durch Mutationen innerhalb des FGFR3-Gens (fibroblast growth factor receptor 3) verursacht. Sie ist auf Neumutationen zurückzuführen, Keimzellmosaike sind bislang nicht beschrieben, jedoch nicht auszuschließen. Eine molekulargenetische Sicherung der Diagnose kann durch Sequenzierung erfolgen. Die häufigsten Mutationen werden durch die Analyse der Exons 6, 8, 13 und 17 abgedeckt. Bei kompletter Sequenzierung des FGFR3-Gens gelingt eine Detektion von bis zu 99% der Fälle mit TD1 und über 99% der Fälle mit TD2.

 

Häufigkeit:
1:20.000-1:40.000

Erbgang:
Autosomal-dominant

Indikation:
V.a. Thanatophore Dysplasie bei pränatal schwerer Verkürzung der langen Röhrenknochen, Makrozephalie und engem Thorax sowie postnatal nicht-therapierbarer respiratorischer Insuffizienz

Pränatale Diagnostik:
Möglich; Probe bitte vorher ankündigen

Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur;
für pränatale Diagnostik Fruchtwasser oder Chorionzottenbiopsat

Dauer der Untersuchung:
2-3 Wochen (Standarddiagnostik)
7-10 Tage (pränatale Diagnostik)

Diagnostisches Verfahren:
Polymerase-Ketten-Reaktion, Sequenzierung der Exons 6, 8, 13 und 17; Detektionsrate > 80 %.