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BRAF

Therapiemonitoring bei Kolon-Karzinomen, Melanomen und papillären Schilddrüsen-Karzinomen
BRAF-Untersuchung bei Kolon-Karzinomen, Melanomen und papillären Schilddrüsen-Karzinomen zum Therapiemonitoring [b]


OMIM-Nr.:
164757

Klinisch-genetische Grundlagen:

BRAF ist ein Onkogen, das in ca. 15 % der kolorektalen Karzinome, in ca. 66 % der malignen Melanome und in ca. 40-45% der papillären Schilddrüsen-Karzinome Mutationen trägt und zwar überwiegend die Punktmutation V600E  in der Kinase-Domäne in Exon 15. Das BRAF-Protein spielt eine Rolle in der Zell-Signal-Transduktion via EGFR-abhängigem  MAP- (mitogen-activated protein) Kinase-Pathway. Die Punkt-Mutation führt zu einer dauerhaften Aktivierung dieses Signalweges und damit zu unkontrollierter und exzessiver Zellproliferation.
Patienten mit  metastasierendem kolorektalen Karzinom, die Träger der V600E-Mutation sind, sprechen nicht mehr auf eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern gegen EGFR (Panitumumab und Cetuximab) an und benötigen eine andere Therapie. Inzwischen wurde ein spezifischer Inhibitor Sorafenib entwickelt, der die BRAF-Kinase und den davon ausgehenden Signalweg blockiert. Er befindet sich z.Z. für die Therapie von malignen Melanomen und papillären Schilddrüsen-Karzinomen mit BRAF-Mutation in klinischer Erprobung. Die Mutation V600E ist bei papillären Schilddrüsen-Karzinomen mit einer schlechten Prognose verbunden, allerdings sprechen diese Patienten gut auf das Medikament Sorafenib an, das die Angiogenese über VEGFR und PDGFR blockiert. Phase-3-Studien laufen.


Indikation:
Abklärung des BRAF-Genotyps bei metastasierndem kolorektalen Karzinomen im Vorfeld einer Behandlung mit monoklonalen Antikörpern gegen  EGFR (Panitumumab und Cetuximab), bei Melanomen und papillären Schilddrüsen-Karzinomen im Vorfeld einer Behandlung mit Sorafenib.

 
Material und Transportbedingungen:
Mikrodisseziertes Tumorgewebe oder Zellen von cytologischen Präparaten im 1,5 ml Reagenzgefäß


Dauer der Untersuchung:
1 – 2 Wochen


Diagnostik:
Aus dem von Pathologen mikrodissezierten Tumorgewebe oder dem vom Cytopathologen mikrodissezierten Zellen von zytologischen Präparaten wird DNA extrahiert. Nach PCR-Amplifikation und anschließender Sequenzierung wird das Codon 15 des BRAF-Gens hinsichtlich der Punktmutation V600E analysiert.