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Array-CGH

Array-CGH [b]

Klinisch-genetische Grundlagen:

 Die komparative genomische Hybridisierung (CGH) ermöglicht die Darstellung des gesamten Genoms mit einer im Vergleich zur Zytogenetik deutlich erhöhten Auflösung von durchschnittlich mindestens 200 kb je nach verwendeten Array. Die CGH wird auf Glasobjektträgern (Arrays) durchgeführt. Auf diesen Arrays sind systematisch bestimmte Fragmente von sog. BAC-Klonen (bacterial artificial chromosomes) oder Oligonukleotide aufgetragen, die Bereiche des menschlichen Erbgutes repräsentieren. Durch die komparative Hybridisierung von fluoreszenzmarkierter Referenz- und Patienten-DNA auf den Arrays erlangt man Aufschluss über submikroskopische Verluste und Zugewinne von Chromosomenmaterial des kompletten Genoms des untersuchten Patienten. Die Methode hat – trotz der möglichen Schwierigkeiten bei der Interpretation der Daten aufgrund der Komplexität des menschlichen Genoms – Einzug in die Routinediagnostik gehalten und ergänzt die klassische Zytogenetik in diversen Fragestellungen. Balancierte Anomalien, Polyploidien und Mosaikkonstellationen mit geringem Anteil aberranter Zellen können mit der Array-CGH nicht detektiert werden.

Pränatal wird die Array CGH nach eingehender genetischer Beratung und unauffälligem Karyotyp bei auffälligem fetalen Ultraschall durchgeführt.

Indikation:

Geistige Entwicklungsstörung ungeklärter Ätiologie – Analyse auf Mikrodeletion und Mikroduplikation:

-          Intelligenzminderung bei einem Kind > 3 Jahren (IQ-Test < 70)

-          Geistige Behinderung in Kombination mit dysmorphologischen Merkmalen mit Beteiligung von zwei oder mehr Systemen

-          Tiefgreifende Entwicklungsstörung des Autismus Formenkreises 

-          Gehirnfehlbildung und schwere Funktionseinschränkung des Gehirns

-          Multiple angeborene Fehlbildungen

-          Multiple dysmorphologische Merkmale bei unauffälligem Karyotyp


Material und Transportbedingungen:
2-5 ml EDTA-Blut, Transport bei Raumtemperatur

Dauer der Untersuchung:
4 Wochen nach Probeneingang

Diagnostisches Verfahren:

Die hochmolekulare DNA des zu untersuchenden Patienten und eine gleichgeschlechtliche unauffällige Referenz-Probe werden mit zwei unterschiedlichen fluoreszierenden Farbstoffen markiert. Beide Proben werden im gleichen Konzentrationsverhältnis für die Hybridisierung auf den Array gegeben und konkurrieren dort um die komplementären Bindungsstellen an den BAC-Klonen. Bei Verlusten chromosomaler Bereiche bindet die Referenz-DNA häufiger an die BAC-Klon-Fragmente als die Patienten-DNA. Bei Zugewinnen chromosomalen Materials ist dies umgekehrt. Durch die Messung der Fluoreszenz können die Unterschiede nachgewiesen werden.